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Hier finden Sie eine Chronologie über die bisher online erfassten Termine des Instituts.

poor? … pour les livres! Bücher sind eine bedrohte Art. Ausstellung zum 25. Jubiläum von KOÏNZI-DANCE e.V.
Es gibt kein Kunstwerk, das nicht seine Fortsetzung oder seinen Ursprung in anderen Künsten hat. (Gilles Deleuze 1986)
Ausstellungsbeteiligung KOÏNZI-DANCE e.V. Poolhaus Blankenese, Grotiusweg 55, Hamburg D 18.6.-1.7.2022

Ein besonderer Ort für ein besonderes Ereignis: Im Poolhaus Blankenese in Hamburg wird das 25-jährige Jubiläum von KOÏNZI-DANCE e.V. mit einer Schau gefeiert. Die Gründerin und engagierte Vorsitzende Dr. Nele Lipp kuratiert eine interdisziplinäre Schau zu der 19 Kunstschaffende geladen sind, ihre Werke zum Thema “Bücher als bedrohte Art” zu zeigen. Ein festliches Programm rahmt die Ausstellung: eine Diskussion mit drei versierten Rednern, die Premiere des Films “Bibliothèque sac à dos” von Dr. Nele Lipp und Performances von Darsteller:innen des Filmes beschäftigen sich mit bedruckten Werken der unterschiedlichsten Genres. Weiterer Höhepunkt wird die während der Finissage stattfindenden Versteigerung der kunstvollen, für den Film geschaffenen Rucksackbibliotheken des Künstlers Burkhard Scheller sein.

 

Programm

18. Juni 2022
19:00: Eröffnung mit Filmpremiere “Bibliothèque sac à dos” von Dr. Nele Lipp und Live-Performances

 

26. Juni 2022
17:30 Film: “Bibliothèque sac à dos” von Dr. Nele Lipp.
19:00 Diskussion: Sind Bücher eine bedrohte Art? mit Michael Diers, Rainer Moritz und Wilfried Weinke

 

01. Juli 2022
17:30: Film: “Bibliothèque sac à dos” von Dr. Nele Lipp
19:00: Finissage mit Performances und Versteigerung von Rucksackbibliotheken

 

Anmeldung und weitere Termine in Absprache: info@ koinzi.de

 

Zu allen Veranstaltungen: Eintritt frei

 

An der Ausstellung zum 25. Jubiläum von KOÏNZI-DANCE e.V. nehmen sowohl Mitglieder als auch dazu geladene KünstlerInnen teil, die Arbeiten zum gegebenen Thema zeigen. Zu sehen sind folgende Werke:

Angela Breidbach – Ferdyfilm (StopMotion-Version), 2020/2021
Noam Ben-Jacov – Altar for a Book-Time, 2022
Tom Bunk – Ferdyfilm (Comic-Version), 2020
Christel Burmeier – Röntgen, 2020
Doris Cordes-Vollert – Endlostext, 1997
Frei im leeren Raum schwebt ein Loch, 1998 u.a.
Achim Lipp – Aus dem Leben der Bücher. Lebensraum Schrank, 1973/2021
Nele Lipp – Bibliothèque sac à dos (Film, 61’), 2021/2022
Pierres Mémoriales, 2021
Ferdyfilm. Ein vollständiges Fragment (Foto Version), 2020
Ferdyfilm. Ein vollständiges Fragment (Film Version), 2021
Volker Lippens – Simulacren der Bildung, 2021
Hannes Möller – Brandbücher, Aschebücher, Fragmente, 2017
Wittwulf Y Malik – Ferdyfilm (Bild- und Musikvideo Version Das Duell), 2020
Pino Polimeno – Libri Posati, 2020
Burkhard Scheller – Bibliotheksrucksäcke, 2021
Hajo Schiff – SCHIFFSMELDUNGEN – Bücher und Metatext, 2022
Ursula Wagner / Burkhard Scheller – Ex Libris und Buchtänze, 2008
Simon E. Waßermann – V e r s c h w I e g e n e V e r s p r e c h e n, 2022
VA Wölfl – Das Chrom und Du (Szenenfoto), 2006 und Woodstock, 2020

 

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Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen gratuliert Dr. Nele Lipp, Gründerin und langjährige Vorsitzend des interdiszilinierten Vereins KOÏNZI-DANCE e.V. und freut sich, die Vernissage filmisch zu dokumentieren.

© Marianne Menke DANCING IN THE STREETS 2022 – Raus in den hellen Tag

Veranstaltung LV TanzSzene Bremen, TanzRAUM Nord gUG,+ steptext dance project e.V. Bremen. Marktplatz D 17.+18.6.2022

Am 17. + 18. Juni 2022 steht die Bremer Innenstadt wieder ganz im Zeichen des Tanzes. Auf der open-air-Bühne am Marktplatz begeistern die Kompanie Of Curious Nature und viele weitere Tänzerinnen und Tänzer aus Bremen und Umgebung und entfachen die Lust an kreativer Bewegung – ein spannender Mix aller Stilrichtungen erwartet Innenstadtbummler und Passanten ebenso wie Tanzfans, die sich ganz gezielt auf den Weg machen. Vielfalt ist angesagt: Choreografien, Öffentliche Trainings, Walking Acts, Interviews und Blicke hinter die Kulissen des Tanzalltags, dazu präsentieren Tanzschulen ihre Arbeit – auch zum Mitmachen. Das Programm verdeutlicht was bodies in motion alles erzählen können.

 

Mit Dancing in the Streets zeigen TanzRAUM Nord und steptext dance project in Kooperation mit dem Landesverband TanzSzene Bremen, wie sich Tanz in jeden Tag, an jedem Ort integrieren lässt und damit unsere (Er-)Lebenswelten kommentiert. Das Publikum bleibt stehen oder setzt sich, guckt und genießt, oder geht nach kurzen Momenten weiter, beschwingter als zuvor.

 

Das Outdoor-Event ist für die Besucher*innen kostenfrei.

 

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Das detaillierte Veranstaltungsprogramm finden Sie ab dem 20. Mai unter www.steptext.de,
www.of-curious-nature.de und www.lv-tanzszene-bremen.de/

 

DANCING IN THE STREETS wird unterstützt durch DIEHL+RITTER /TANZPAKT RECONNECT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm Tanz, und vom Senator für Kultur Bremen. Veranstaltet von TanzRAUM Nord gUG und steptext dance project in Kooperation mit dem Landesverband TanzSzene Bremen.

© Jörg Landsberg Felix Rothenhäusler/ Unusual Symptoms REVUE. ÜBER DAS STERBEN VON ARTEN – Festival TANZ Bremen
In Rothenhäuslers Theater gab es schon immer eine Tendenz hin zur Choreografie, hier ist diese auf ihrem Zenit angekommen. Theater Heute
Dreharbeiten TANZ Bremen Theater Bremen D 13.5.2022 um 20.00 Uhr

“Seit der Mensch auf der Erde wütet, hat sich einiges verändert. Städte wurden errichtet, Wälder gerodet, Lebensräume genommen und vergiftet. Das Aussterben der Arten beschleunigt sich. Als choreografische Annäherung an eine nicht-menschliche Welt, öffnet REVUE. ÜBER DAS STERBEN DER ARTEN die Türen für eine Reise in die Vergangenheit. Exemplarisch wird aufgerufen, was längst verschwunden ist. Dabei bewegen sich Körper über einen Laufsteg und versuchen in ihren Bewegungen zu entdecken, was sie mit den ausgestorbenen Arten verbindet.”

TANZ Bremen

 

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Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen freut sich, die Vorstellung dokumentieren zu dürfen.

© Marianne Menke Tomas Bünger & Sergey Zhukov / TanzKollektivBremen – SEE ME! Festival TANZ Bremen
Other dancers may be on the floor / Dear, but my eyes will see only you. Dean Martin
Dreharbeiten TANZ Bremen Schwankhalle Bremen D 12.5.2022 um 19.00 Uhr

 

Zwei Tänzer zweier Generationen. Aber SEE ME! legt keinen Wert auf die Altersunterscheidung. Das Duett von Tomas Bünger und Sergey Zhukov sucht nicht die Kluft oder gar den Wettbewerb, sondern eine interessierte Annäherung. „Sieh mich!“, sagt der Titel, als bäte jemand um Aufmerk- samkeit. Die Tänzer zeigen Facetten von sich, Vorlieben. Beim Gegenüber schlägt das eine Saite an, etwas wie Zustimmung, ja, ich auch, aber ein bisschen anders; und es entsteht ein Miteinander. Ein Nicht-allein-sein. Für die kleinen Shows der beiden reicht ein Wohnzimmer mit Sessel, Sofa, Lampen. Als verbrächten sie einen ruhigen Abend und hätten unendlich viel Zeit. Musik wird gespielt, Sehnsuchtsmusik. Kein Fernsehen. So bleiben die Bilder ihre eigenen. Mit den Kleidern, die sie tragen, den Hosen und Pumps, mit dem Herumpurzeln, Driften, Schweben, mit Stürzen auch und mit Flügen.

 

TOMAS BÜNGER, Mitbegründer des TanzKollektivBremen, war lange Mitglied des Tanztheaters Bremen. SERGEY ZHUKOV aus Kasachstan studierte in Essen an der Folkwang Hochschule und tanzte unter anderem als Gast beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. 2021 begannen die beiden tänzerisch-choreografisch zum Thema queerer Identität zu forschen. SEE ME! hatte Anfang 2022 Premiere.

 

Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen dokumentiert die Vorstellung.

 

© Efrat Mazor Niv Sheinfeld & Oren Laor ART ATTACK – Festival TANZ Bremen
Geht in die Eingeweide, ins Hirn und ist total hinreißend … Ein wildes, wundervolles Manifest des Feierns. midnighteast
Dreharbeiten TANZ Bremen Theater Bremen D 11.5.2022 um 20.00 Uhr

“Kunst will, Kunst soll, Kunst darf, sie muss! Sie macht sich breit und wird laut, wenn eine Tanzperformance ART ATTACK heißt. Das bewährte Duo Niv Sheinfeld und Oren Laor aus Israel leuchtet mit diesem Gruppenstück eine Beziehung aus: die einer Gesellschaft, vielleicht vertreten durch das Publikum, zur Kunst und zu den Künstler*innen. Letztere posieren und rennen, stürzen, tanzen und entertainen, dass die Funken nur so fliegen. Dynamik! Abwechslung! Augen auf! Musik dazu, die in Glieder und Erinnerung fährt.

„Wir wollen preisen die angriffslustige Bewegung, die fiebrige Schlaflosigkeit, den Laufschritt, den Salto mortale, die Ohrfeige und den Faustschlag“, hieß es 1909 in Filippo Tommaso Marinettis Manifest des Futurismus. Manifeste spielen bei ART ATTACK mit, verfasst von Künstler*innen unterschiedlicher Metiers. Keines hat das letzte Wort, und was ernst ist und was nicht, das hält die Attacke in der Schwebe. „Wir müssen aufhören, das Begehren zu verachten“, forderte 1913 im Lust-Futurismus-Gegenmanifest Valentine de Saint-Point.”

TanzBremen

 

NIV SHEINFELD war Tänzer und choreografierte u.a. für die Kibbutz und die Batsheva Dance Company. OREN LAOR studierte Schauspiel und Drama an der Universität Tel Aviv. Seit 2004 arbeiten sie zusammen und touren weltweit. Das Quartett ART ATTACK hatte im April 2021 in Tel Aviv Premiere.

 

Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen dokumentiert diese Tanzperformance.

tanz:digital II. Virtuelles und interaktives Forum für Tanz [Making Of II]
Mit tanz:digital II sollen Tanzkünstler*innen, Tanzensembles und Institutionen des Tanzes in der medialen Präsentation künstlerischer Produktionen gestärkt werden. Das Deutsche Tanzfilminstitut dokumentiert ausgewählte Projekte.
Video-Produktion Dachverband Tanz Deutschland/ NEUSTART KULTUR Bundesweit D 2022

 ”Mit tanz:digital verfolgt der Dachverband Tanz Deutschland im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR in Kooperation mit Tanzarchiven, Produktionshäusern und den innerhalb des Projektes geförderten Modellprojekten das Ziel, Tanz zu einem virtuellen und immersiven Erlebnis zu machen und online zu präsentieren.

Mit tanz:digital sollen Tanzkünstler*innen, Tanzensembles und Institutionen des Tanzes (Spielstätten, Archive, Tanzschulen, Vermittlungsprojekte u.a.) in der medialen Präsentation künstlerischer Produktionen gestärkt werden.” Dachverband Tanz Deutschland

 

Das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen hat es sich in diesem Rahmen zur Aufgabe gemacht, eine Brücke zu bauen zwischen der Motivation der realisierenden Künstler:innen und dem damit fokussierten Nutzerkreis. Das bedeutet konkret, dass für etwa 10 Einzelprojekte “Making Ofs” erstellt werden, die potentielle Nutzer:innen, ob technikaffin oder nicht, darauf vorbereiten, was sie erwartet, wenn sie sich einem der vielen neuen Angebote anvertrauen möchten.

 

Die Making Ofs werden den höchst einzigartigen Produktionsprozess der ausgewählten Projekte jeweils an einem Drehtag begleiten und damit die Wahl der technischen, ästhetischen, eventuell auch pädagogischen Mittel in einem etwa 10-minütigem Film zu jedem Projekt für ein breites Publikum zugänglich machen. Interviews mit der künstlerischen Leitung und anderen Projektbeteiligten ergänzen den Filmbericht.

 

Das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen wird im Rahmen von “tanz:digital II” ausgewählte Projekte begleiten.

 

tanz digital ist ein Projekt im Dachverband Tanz Deutschland gefördert durch das Programm NEUSTART KULTUR des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.

 




© David Cooper Vanessa Goodman & Caroline Shaw GRAVEYARDS AND GARDENS – Festival TANZ Bremen
Eine hypnotisierende Welt aus Tanz und Klang. STIR, Vancouver
Dreharbeiten TANZ Bremen Theater Bremen D 10.5.2022 um 20.00 Uhr

“Friedhöfe sind Gärten. Etwas wächst. Jemand stirbt. „Alles kehrt zurück zur Erde“, heißt es einmal in dieser vielstimmigen Performance GRAVEYARDS AND GARDENS. Die kanadische Tänzerin und Choreografin Vanessa Goodman hat sie gemeinsam mit der New Yorker Musikerin und Komponistin Caroline Shaw erarbeitet. Die Premiere war im Januar 2021 (pandemiebedingt online). Vanessa Goodman übernimmt die Solorolle in dem Raum, den ein Rund von altertümlichen Lampen definiert, wie Erbstücke, Seite an Seite mit Grünpflanzen in erdgefüllten Töpfen und technischem Equipment, alt und neu. Kabel. Verbundenheit. Die Klänge haben ihr Eigenleben. Ob sie ortlos sind? Meer, Gesang, Orgel, Klavier, Geige, Klackern und Schnappen, Rede. Sie weisen auf ihre Quellen hin, wo sie aufgenommen wurden, und sie knipsen im Hirn der Hörenden etwas an. Bach, Chopin. Kehren zurück. Manche Töne werden auch auf der Bühne gemacht, speisen das schwebende Geflecht von Spuren in der Luft. Dazu der Tanz, der das Gras wachsen hört und heftiger wird, wie von Böen gestupst, wie Echos oder wie mechanisch geschaltet, klick, klick. So geht Erinnern.” TanzBremen

 

Die Pulitzerpreis-Gewinnerin CAROLINE SHAW arbeitet für Filme, für Musikensembles, Tanzkompanien, Opernhäuser und bringt eigene CDs heraus.

 

Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen dokumentiert die Europa-Premiere.

© David Cooper Andrea Peña & Vanessa Goodman DOPPELPROGRAMM: UNTITLED I & CONTAINER – Festival TANZ Bremen
UNTITLED I Eine feine, genaue Studie über Einzigartigkeit. the dance current // CONTAINER … erforscht Erbe, Kultur und Widerstandsfähigkeit. Vanessa Goodman
Dreharbeiten TANZ Bremen Theater Bremen D 9.5.2022 um 20.00 Uhr

 

UNTITLED I
“Ein Bild von einem Mann. Aber das Bild allein bringt’s nicht, deshalb muss er aktiv werden. Und aktiv zu sein heißt besser werden zu wollen. Schneller. In was auch immer. Also wiederholen! Was der Tänzer François Richard in dem Solo UNTITLED I exerziert und Andrea Peña gemeinsam mit ihm erarbeitet hat, ist eine Unermüdlichkeit im eigentlich sinnlosen Tun. Diese Figur auf der Bühne baut Bewegungsphrasen zusammen aus Schwüngen, Sprüngen, Rollen, Knicken, und sie rennt; oder wird sie selber gebaut, geleitet, hingelegt und aufgerichtet? Als hätte dieses muskulös-fleischige Wesen keine Persönlichkeit, sei nur Oberfläche, nennt es der Titel „Ohne Titel“. Das „I“ dahinter, sagt die Choreografin, sei ein „I“ für „ich“. Denn es ist ja doch ein Mensch. „Wir sprechen mit dieser Arbeit auf unsere Weise vom Menschsein“. TanzBremen

 

Als ausgebildete Industriedesignerin interessiert sich die kanadische Choreografin Andrea Peña für genreübergreifendes Arbeiten, für die von Gegenständen geprägten und unerbittlich wiederkehrenden Bewegungsabläufe des täglichen Lebens und für Verletzlichkeiten. Die gebürtige Kolumbianerin war zunächst Tänzerin in großen kanadischen Kompanien, gründete 2014 ihr eigenes Label ANDREA PEÑA & ARTISTS und wurde seitdem mehrfach ausgezeichnet.

 

CONTAINER
“Sie ist nie allein, ist aber der einzige Mensch auf der Bühne. Das Solo CONTAINER der kanadischen Choreografin und Tänzerin Vanessa Goodman entfaltet das Verhältnis eines Menschen, einer Frau, zu ihrem Innern und zu einem Äußeren. Es scheint ein Ringen mit Erwartungen zu sein. Es tanzt Andrea Peña, die in ihren Stiefeln dasteht wie eine wehrhafte Super Woman; sie schreitet vorwärts, rückwärts, voran, sie wird gebeutelt, gekrümmt, kämpft sich durch eine Materie, die an ihren Körper drückt, unsichtbar. Befreit sich – fast. Es eröffnen sich ihr Wege aus Licht, auch Kreuzungen. Wie ein verbietender Zeigefinger aber droht ihr so ein Lichtbalken. Er pendelt. Scharfe Sensenklinge. Ein jiddisches Gutelaunelied rahmt das Solo ein: „Chiribim Chiribom“. Seine Munterkeit gibt der Tänzerin den Rest. Ende. Anfang.” TanzBremen

 

VANESSA GOODMAN, künstlerische Leiterin der Kompanie ACTION AT A DISTANCE DANCE SOCIETY aus Vancouver, arbeitete nach ihrem Studium als Tänzerin. Der Iris Garland Emerging Choreographer Award 2013 ermöglichte ihr die Produktion ihres ersten abendfüllenden Stückes als Choreografin. Die Arbeiten sollen die conditio humana widerspiegeln und mit dem Tanz heutige Erfahrungen aufschlüsseln, schreibt sie über ihre Kompanie.

 

Das Team des Deutschen Tnazfilminstituts Bremen dokumentiert die Doppelvorstellung.

 

© Lian Benoit Andrea Peña & Artists 6.58: MANIFESTO – Festival TANZ Bremen
Wir glauben ans Destabilisieren. Andrea Peña & Artists
Dreharbeiten TANZ Bremen Theater Bremen D 8.5.2022 um 19:30 Uhr

 

“Wenn alle rumsitzen, an Klamotten zupfen oder rumhüpfen, wie um den Kreislauf in Gang zu bringen, und dann steht einer nur, dann steht noch eine, ganz aufrecht. Später alle. In Erwartung. In Bereitschaft. Das ist der Beginn der Sendung. Die Tänzerinnen und Tänzer empfangen nun und tun, wie geheißen. Im dreiteiligen 6.58: MANIFESTO der kanadischen Choreografin Andrea Peña sind es unterschiedliche Ansagen oder Stimmen und Stimmungen, denen sie sich unterwerfen. Und wer je einen Tanzkurs besucht hat, kennt das „Five, six, seven, eight!“-Kommando. Ob Zahlen, Töne, Beats oder Walzertradition, sie nehmen den sieben Personen hier auf der Bühne das Entscheiden ab. Dabei entstehen Wiederholungen, Reihungen, Paarungen. Keine Geschichten. Nur die Körper werden erschöpft. Aber schon recken sie wieder die Arme, stolzieren, krümmen sich, knien.” TanzBremen

 

ANDREA PEÑA, gebürtig in Kolumbien, arbeitete in Kanada als Tänzerin unter anderem beim Ballet BC und Les Ballets Jazz de Montréal, studierte Industriedesign und gründete 2014 ihre eigene Kompanie ANDREA PEÑA & ARTISTS in Montréal. Als jemand, die in zwei Kulturen lebt, interessieren sie die Zwischenbereiche, sagt sie. In denen wolle sie graben, „und auf der Bühne die Beziehung aufzeigen zwischen Bekanntem und Unbekanntem“.

 

Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts dokumentiert die Europa-Premiere.

ClaraFurey - DogRising © Kinga Michalska Clara Furey DOG RISING – Festival TANZ Bremen

Dreharbeiten TANZ Bremen Theater Bremen D 7. 5.2022 um 20.00 Uhr

“Clara Furey geht in DOG RISING dem Unsichtbaren nach. Was zwischen den Zeilen steht, spricht sie mit und durch Körper aus. Das, was angrenzt ans Bekannte, das so zum nur vermeintlich Bekannten wird. Wird kontinuierlich an etwas gerüttelt, könnte es sich verändern. Oder entsteht im Pulsieren etwas Rhythmisches, Bleibendes? Furey erweckt eine ganz eigene, innere Kraft, die sich nicht gegen etwas wendet, sondern die eigene Existenz einfach nur beweist, in den Raum setzt und darin Wege zieht. Beständigkeit und Veränderung, beides ist möglich, und dabei wirkt der Tanz so leicht, als könne jede*r einfach mitmachen. Was genau in den Zeilen der drei Performer*innen zu lesen ist, die sich unterscheiden, annähern, gleichen und auseinanderdriften, wird den Betrachter*innen überlassen.”

TanzBremen

 

Die Leere fasziniere sie, schreibt CLARA FUREY zu DOG RISING, das im Mai 2021 in ihrer Heimat, dem kanadischen Montréal, Premiere feierte. Als Musikerin und Tänzerin ausgebildet, arbeitete sie zunächst für Choreografen wie George Stamos und Peter Jasko. Ihre erste eigene Gruppenchoreografie war 2017 COSMIC LOVE.

 

DOG RISING entwickelte sie gemeinsam mit den beiden Tänzerinnen Be Heintzman Hope und Winni Ho. Die Musik komponierte Tomas Furey, Claras Bruder und Arbeitspartner.

 

Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen dokumentiert die deutsche Erstaufführung.

 

Rubberband ESS © Marie-Noële Pilon Rubberband EVER SO SLIGHTLY – Festival TANZ Bremen
Faszinierend, intensiv, universell und höchst persönlich. dance-enthusiast.com
Dreharbeiten TANZ Bremen Theater Bremen D 6.5.2022 um 19:30 Uhr

“Wie passiert eigentlich Veränderung? Mit dieser Frage dachte Victor Quijada über seine erste Choreografie für eine große Besetzung nach – nach 14 abendfüllenden und zahlreichen kurzen Stücken. Ende 2018 dann brachte er im kanadischen Montréal, dem Sitz seiner Kompanie RUBBERBAND, EVER SO SLIGHTLY heraus; die französische Version reimt: „Vraiment doucement“ (Wirklich sanft).

In Pandemiezeiten taugt es zum Wiedererkennen: das Aufblättern von Emotionen und der Zerfall von einmal entschiedenen Positionen. Die zehn Tänzer*innen formen eine Art Gesellschaft, die sich mal gemeinschaftlich bewegt und leichtfüßig Balancen meistert, mal in Gruppen zerfasert, schließlich in Einzelelemente, die ihren Halt verlieren. Den Kontrast dazu bilden sanfte Töne in den Begegnungen, in der Hilfsbereitschaft, im Freigeben luftiger Fliehkräfte. Musikalisch akzentuiert wird das Geschehen von Jasper Gahunia und William Lamoureux, die auf einer Seite der Bühne eine beeindruckende Auswahl an elektronischen und verstärkten Instrumenten spielen. EVER SO SLIGHTLY erntete großen Jubel, als es im Oktober 2021 die lange Theaterschließungszeit in Vancouver beendete.” TanzBremen

 

VICTOR QUIJADA wuchs mit HipHop in Los Angeles auf und entwickelte nach der Tanzausbildung und Engagements als Tänzer seine eigene Methode, die er nach seinem 2002 gegründeten Ensemble RUBBERBAND benannte. Sie verbindet bodennahen Urban Dance mit Partnering und zeitgenössischem Ballett.

 

Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen dokumentiert die Europa-Premiere.

Eun Me Ahn - Dragons © Sukmu Yun Eun-Me Ahn Company eröffnet Festival TANZ Bremen
DRAGON - Fantasy und Science-Fiction, … entstanden aus völlig frei ausufernder, unbegrenzter Spielfreude. RBB Kultur
Dreharbeiten TANZ Bremen Theater Bremen D 4.5.2022 um 19:30 Uhr

“Schwierige Zeiten. Wie könnte es weitergehen? Das Mittel gegen Verzagen, Wüten, Ermatten oder Ängstigen möge diese Zaubershow bieten. Eun-Me Ahn, die berühmte koreanische Choreografin, lässt ihre DRAGONS statt Feuer Liebe speien. Liebe zur Kunst, zur Farbe, zu Schön- heit und Schimmer. Oben ist unten, und drinnen ist draußen, da wächst was, weht und wirbelt, taucht und springt. Sie geben keine Ruhe, die insgesamt 14 Tänzerinnen und Tänzer – davon sechs als schwerelose Hologramme. Aber es ist kein Kampf. Alles passt, bekommt seinen Raum, behält auch seine Unterschiede: Tanz, Tänze. Unermüdliches Tanzen. In Eun-Me Ahns Arbeit steckt der Wunsch des Weitergebens, gerade in Zeiten der pandemiebedingten Isolation. Sie suchte dafür, zusätzlich zu den Mitgliedern ihrer Kompanie, Tänzerinnen und Tänzer aus anderen asiatischen Ländern aus. Was sie eint: Sie sind alle mit ihren Traditionen verbunden, zeitgenössischen Stilen zugetan und – geboren im Jahr des Drachens: 2000. Es sind Millenials, im Digitalen zuhause – auch eine Art Märchenwelt. Die Kraft solch wendiger Drachenwesen kann den Drive einer Fantasie gebären, die Gutes im Schilde führt. So wird am Ende aus Silber Gold.”

Theater Bremen

 

EUN-ME AHN erhielt allein im Jahr 2019 fünf Preise und Ehrungen. Sie hat sich den stilistischen Wagemut stets bewahrt, aber auch den Respekt vor Traditionen, etwa dem koreanischen Schamanismus. Ihre 1988 gegründete Kompanie tourt weltweit. DRAGONS feierte im September 2020 in Lyon Premiere.

 

Das Team des Deutschen Tanzfilmarchivs wird die Eröffnungsveranstaltung filmisch dokumentieren.

Keyvisual TANZ-Bremen2022_Eun-Me_Ahn ©Sukmu Yun TANZ Bremen Festival 2022
Bühne frei für TANZ Bremen 2022
Dreharbeiten TANZ Bremen Bremen D 4.5. bis 15.5.2022

Mit den Tanzschaffenden, den Tanzliebhaber:innen, den Organisator:innen und unserer Stadt freuen wir uns sehr darauf, den Tanz endlich wieder gemeinsam feiern zu können. Wir geben das Wort an die Organisatorin des TANZ Bremen Fesitvals, Sabine Gehm:

 

“Raum gibt das Festival in diesem Jahr besonders den künstlerischen Perspektiven von Frauen, ihrer Tanzsprache und ihren Themen. Für den FOKUS KANADA lädt TANZ Bremen fünf Europa- und eine Deutschlandpremiere ein – vorwiegend von Künstler*innen, die bisher selten oder noch gar nicht in Deutschland zu sehen waren.

Das internationale Spektrum ergänzen Produktionen der lebendigen Bremer Tanzszene. So zeigen wir aktuelle Produktionen der freien Szene ‚Made in Bremen‘. Das Unusual Symptoms/Theater Bremen Special spiegelt die Vielfalt, die sich durch die Zusammenarbeit mit internationalen Choreograf*innen oder durch den Mix von Genres ergibt.

Die Begegnung zwischen zeitgenössischem und urbanem Tanz steht im Mittelpunkt eines Labors, das im Vorfeld des Festivals Fragen zum öffentlichen Raum thematisiert, und des SYNERGY BATTLES, mit dem TANZ Bremen fulminant enden wird.

Mit den DIGITAL DIALOGUES konnten wir letztes Jahr ein neues, internationales Austauschformat für TANZ Bremen ausprobieren und Fassaden in Bremens Stadtraum als Bühne entdecken. Mit den DIGITAL DIALOGUES II und jungen Tänzer*innen aus Bremen und Bobo Dioulasso in Burkina Faso knüpfen wir nun daran an und projizieren Tanz im XXL-Format.

Teilhabe ermöglichen, neue Räume vor allem im Stadtraum erschließen, Zufallsbegegnungen mit dem Tanz gestalten – das zieht sich als roter Faden durch das Programm. Fassaden, öffentliche Plätze und Grünanlagen werden zur Spielfläche. Die Bühne wird geöffnet, wird zum Versammlungsraum für Künstler*innen und Zuschauer*innen und zur Tanzfläche. Miteinander tanzen, singen und vorsichtig wieder näher rücken. Nach zwei Jahren Social Distancing werden Teilhabe, gemeinsames Erleben und solidarisches Handeln wieder großgeschrieben. Wir setzen auf die Freiheit der Kunst mit ihrer völkerverbindenden Kraft und feiern jetzt den Tanz.

Dazu möchten wir Sie herzlich einladen!”

 

Sabine Gehm und Team

 

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Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen wird ausgewählte Vorstellungen dokumentieren.

Re_Cycle-tanzbar_bremen. Foto Daniela Buchholz RE_CYCLE-tanzbar_bremen Premiere
Ist das Kunst oder kann das weg? Ein Tanztheaterstück zu einem Aspekt von Nachhaltigkeit erarbeitet vom 5-köpfigen inklusiven Team unter der Leitung von Günther Grollitsch.
Dreharbeiten tanzbar_bremen in Kooperation mit dem Theater Bremen Theater Bremen - Kleines Haus D 27.4.2022 um 20.00 Uhr

In diesem Stück wird unter anderem der Wert künstlerischer Arbeit aus vergangenen Epochen sowie dessen nachhaltige Auswirkungen auf heutiges kreatives Schaffen hinterfragt. Unter anderem wird die Abfallpyramide in kulturgeschichtlichem Zusammenhang interpretiert.

 

Wiederverwertung und -verwendung sind auf der Bühne allgegenwärtig und prägen den Entwicklungsprozess der neuen Produktion.

Dieser Materialkreislauf wird untersucht und in künstlerische Ansätze und Umsetzungen gespannt. Auf diese Weise wird eine poetisch-satirische Studie über unser Sein in einer spannungsgeladenen Zeit präsentiert.

 

Das Team von tanzbar_bremen wird unterstützt von Delia Nordhaus, der Leiterin der Upcycling Galerie Wallerie, sowie von Prof. Dr.-Ing. Henning Albers, welcher sich mit Recycling im Bereich von Umwelt- und Biotechnik beschäftigt.

 

Tickets: 19 € / ermäß. 9 €

Karten erhältlich über das Theater Bremen.

 

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Details

Konzept und Choreografie: Günther Grollitsch in Zusammenarbeit mit den Tänzer:innen

Tanz: Jenny Ecke, Till Krumwiede, Corinna Mindt, Oskar Spatz, Adrian Wenzel

Dramaturgie: Tom Bünger

Bühnenbild: Delia Nordhaus, Janina Mau

Kostüm: Lui Nilson, Katja Fritzsche

Produktionsleitung: Stina Hinrichs

 

Produktion

tanzbar_bremen in Kooperation mit dem Theater Bremen

Unterstützt vom Senator für Kultur Bremen.

 

Förderung: Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragtender Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, Karin und Uwe Hollweg Stiftung sowie Waldemar Koch Stiftung.

Logo von Förderern

 

Premiere am 27. April 2022, 20 Uhr

Im Rahmen von TANZ Bremen 2022 am 06. Mai 2022, 18 Uhr

 

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Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen freut sich, die Premiere filmisch zu dokumentieren.

 

Open Art Somatic Symposium
Das Symposium findet in hybrider Form in der Schwankhalle statt. Um vorherige Anmeldung für eine Teilnahme vor Ort wird gebeten.
Veranstaltung Landesverband TanzSzene Bremen e.V. und steptext dance project e.V. Schwankhalle Bremen D 25.+26.4.2022

Es deutet vieles darauf hin, dass Corona, Klimawandel und Kriege, wie der russische Angriff gegen die Ukraine, sich zur Krise der gesamten Menschheit entwickeln. Sie demonstriert die hohe
Anfälligkeit global vernetzter Systeme, aber auch, und darin liegt eine Chance, die Unausweichlichkeit solidarischen Zusammenarbeitens über persönliche, innergesellschaftliche und nationale Grenzen hinweg.
Gerade in der Kunst versteht man, dass Kontraste und Unterschiede einen kreativen Fundus und eine großartige gegenseitige Bereicherung darstellen. Sie weisen den Weg zu kreativer Kommunikation und damit zur Überwindung von Grenzen. Die Tanzkunst macht sich diesen Weg zunehmend zu eigen, unabhängig von stilistischen Ausrichtungen. Auf internationalen oder kleinen Bühnen, in staatlichen Tanzensembles oder experimentellen Tanzlabors. Die Tanzkunst ist dadurch zu einem Schmelztiegel für Diversität geworden, in dem die Grenzüberschreitung programmatisch ist. Sie erfordert Neugier, Courage, Offenheit und Akzeptanz.
Die performative Tanzkunst hat sich zu einem „crossover“ von Stilen und Techniken entwickelt, und das in intensivem Austausch mit anderen Kunstbereichen. Neben traditionellen, narrativen Inhalten wird ein gegenseitiges „Erfahren“ zum Mittelpunkt, feste choreografische Strukturen weichen der Improvisation. Darüber hinaus wachsen die Arbeitsfelder der Tanzkünstler zunehmend über die Grenzen der performativen Kunst hinaus. Tanz ist mittlerweile ein vielseitiges Werkzeug im künstlerischen, pädagogischen, therapeutischen und sozialen Umfeld. Schließlich ist Tanz in seinem Ursprung eine Sprache der unmittelbaren Kommunikation. Als Form des gemeinschaftlichen Ausdrucks ist Tanz kulturelles, sogar ein heilendes Ritual.

 

Das Bremer „Open Art Somatic Symposium“ stellt die Vielseitigkeit des Tanzes zwei Tage lang in den Mittelpunkt. Vier vorausgehende Diskurse laden dazu ein, den Tanz aus unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam zu betrachten. Die AkteurInnen des Tanzes in Bremen stehen stellvertretend für eine breite Diversität, sowohl was die Teilnehmenden selbst angeht als auch deren Aufgaben und Wirkungsbereiche. Diese Diversität spiegelt sich auch im Programm der Diskurse und des Symposiums. “| Susan Barnet

 

Das Programm finden Sie hier: >Klicken<

 

Für eine Online-Teilnahme benutzen Sie bitte
folgenden Zoom-Link, der auch auf der Homepage des Landesverbandes TanzSzene
Bremen zu finden ist: https://us06web.zoom.us/j/99745264337?pwd=bDBNNEwzN0ozOCs2WW4xRXpadnB6Zz09
Meeting-ID: 997 4526 4337
Kenncode: 769120

 

Anmeldungen und Infos unter:
info@lv-tanzszene-bremen.de
www.lv-tanzszene-bremen.de
Das aktuelle Programm wird auf den Webseiten
www.lv-tanzszene-bremen.de
und www.steptext.de veröffentlicht.

 

Zu den Veranstalter:innen gehören neben dem Landesverband TanzsSzene Bremen e.V. und steptext dance project e.V. sowie OCN Of Curious Nature, young artists Tanztheater, quartier gGmbH auch das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen.

 

Gefördert durch FONDS DARSTELLENDE KÜNSTE und NEU START KULTUR sowie Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen.

In diesem Institut lagern 40.000 Tanzfilm-Beiträge – buten un binnen Regionalmagazin
Der Journalist Yannick Lowin hat das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen besucht und einen Beitrag für buten un binnen, das Regionalmagazin von Radio Bremen, produziert.
TV-Produktion Radio Bremen/ buten un binnen Bremen D 11.4.2022 um 19:30 Uhr

“Heide-Marie Härtel hat das Deutsche Tanzfilminstitut gegründet und tausende Aufführungen gefilmt. Dafür wurde sie mit dem Deutschen Tanzpreis ausgezeichnet.” buten un binnen

 

Wir bedanken uns über das engagierte Interesse und mnachen gerne auf den informativen TV-Beitrag aufmerksam, der in der buten und binnen-Mediathek abrufbar ist.

 

Mit folgendem Link gelangen Interessierte zu dem Magazin-Beitrag:
https://www.butenunbinnen.de/videos/deutsches-tanzfilminstitut-auffuehrungen-100.html

 

 

 

 

Open ArtXperience Tanzdiskurse April 2022
Die TanzDiskurse finden jeweils von 15.30–17.00 Uhr in hybrider Form im Deutschen Tanzfilminstitut Bremen statt. Um vorherige Anmeldung für eine Teilnahme vor Ort wird gebeten. Für eine online-Teilnahme finden Sie den Link nebst Zugangscode am Ende dieses Beitrags.
Veranstaltung Landesverband TanzSzene Bremen e.V. Deutsches Tanzfilminstitut Bremen D April 2022 jeweils 15:30 bis 17.00 Uhr

Open ArtXperience

 

Es deutet vieles darauf hin, dass Corona, Klimawandel und Kriege, wie der russische Angriff gegen die Ukraine, sich zur Krise der gesamten Menschheit entwickeln. Sie demonstriert die hohe Anfälligkeit global vernetzter Systeme, aber auch, und darin liegt eine Chance, die Unausweichlichkeit solidarischen Zusammenarbeitens über persönliche, innergesellschaftliche und nationale Grenzen hinweg.

 

Das Programm

1. April 22 Urbane Tanzstile — Ausdruck von Protestkultur und barrierefreie Beteiligung Valeria Cordes Saam Farahmand Moderation: Carolin Böse-Krings  

6. April 22 Transkulturelle Zusammenarbeit in Tanzproduktion und Tanzvermittlung Tomas Bünger Lucie Tempier Moderation: Andreya Pandara  

8. April 22 Tanz und Gesundheit Somatische Ansätze im Tanz Inge Deppert & Silke Amritha Schreiner Dr. Leonard Cruz Moderation: Franziska Faust  

22. April 22 – Afrikanische Diaspora und ihre aktuelle Aus- und Nachwirkung im Tanzschaffen Prof. Dr. Sabine Broeck Rebecca Jefferson Moderation: Franziska Faust

 

Die Referent:innen

Valeria Cordes hat mit dem Tanzen in der Urbanen Szene mit dem Breaking angefangen. Zurzeit studiert sie den Zeitgenössischen Tanz, interessiert sich für somatische Techniken und ist fasziniert von den Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers in allen seinen Facetten.

Saam Farahmand ist ein britischer Künstler, dessen Arbeit zwischen Kunst, Kommerz und Philosophie angesiedelt ist. Er hat Musikvideos u. a. für Mick Jagger und Janet Jackson produziert und mehrere Filme gedreht. Seine preisgekrönte Rockumentation „Part of the Weekend Never Dies“ verbindet wahrhaftige Porträts einer Tanz-Subkultur mit innovativen Techniken des Filmemachens.

Tomas Bünger ist ein international arbeitender Tänzer, Choreograf und Trainingsleiter. Er ist Mitbegründer des TanzKollektivBremen. Tanz ist für ihn leibliches Forschen und die Suche nach Gemeinschaft.

Lucie Tempier ist Diplom-Künstlerin von der Kunsthochschule in Straßburg. Seit 2012 arbeitet sie als freiberufliche Tanzpädagogin in Bremen. Parallel dazu übernahm sie 2018 die Projektleitung im Bereich Soziokultur bei Quartier gGmbH, wo sie zurzeit verschiedene Tanzprojekte durchführt.

Inge Deppert ist staatlich geprüfte Sport- und Gymnastiklehrerin. Nach diversen Lehrtätigkeiten in Turnverbänden, Volkshochschulen und Akademien widmete sie sich seit 1984 dem Aufbau des Vereins sowie der Aus- und Fortbildungsangebote von impuls e.V. Ihre Schwerpunkte sind zurzeit Körperarbeit und Tanz mit Senioren. 

Silke Amritha Schreiner ist Heilpraktikerin und staatlich anerkannte Gymnastik- und Tanzpädagogin mit dem Schwerpunkt Bewegungstherapie. Sie leitet Kurse, Workshops und Fortbildungen in Bewegungstherapie, Entspannung, Pilates und 5Rhythmen-Tanzmeditation. Seit 2012 ist sie Dozentin in der Ausbildung bei impuls e. V.

Dr. Leonard Cruz (PhD in Urban Education mit Schwerpunkt Darstellende und Kreative Kunst) wurde in Pampanga auf den Philippinen geboren und wuchs in San Antonio (Texas) auf. Er erwarb seinen Bachelor und Master of Arts in Tanz an der U.C.L.A. und 2009 seinen Master of Fine Arts in Performance/Choreografie. Dr. Cruz ist der Gründer von „The Creative, Arts, and Resilience Project Network“, einer Plattform für People of Color, LGBTQUIA+ und Künstler mit besonderen Bedürfnissen. Dr. Cruz lehrt an der HBK in Essen. Er ist ebenfalls zertifizierter Gesundheitsberater und Dozent für Achtsamkeitsmeditation.

Prof. Dr. Sabine Broeck war bis zu ihrer Emeritierung 2020 Professorin für American Studies mit Schwerpunkten auf der Geschichte und dem Nachleben der transatlantischen Versklavung schwarzer Menschen bis heute und auf Critical Race Theory. Seit Jahren erforscht sie deshalb auch die vielfältigen Erscheinungsformen weißer Verleugnung der eigenen Impliziertheit in rassistischen Machtstrukturen und -praktiken. Diese Leugnung hat auch auf performative Künste wie Tanz und Theater und auf deren Institutionen einen großen Einfluss, dessen theoretische und praktische Dekonstruktion an hiesigen Bühnen aussteht.

Rebecca Jefferson wurde in Buffalo, New York, geboren und erhielt ihre Ausbildung bei SUNY Purchase NY. Sie tanzte mit Momix Dance Company und Ballet Hispanico of NYC und war mit Phantom of the Opera auf Tournee. Rebecca tanzte bis 2009 mit der Pretty Ugly Dance Company in Freiburg und Köln und lebt jetzt in Berlin. Sie genießt es nun, ihre Erfahrungen durch Tanzausbildung zu teilen.

 

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Online-Teilnahme

Für eine online-Teilnahme benutzen Sie bitte folgenden Zoom Link, der auch
auf der Hompage des Landesverbands Tanzszene Bremen zu finden ist:
https://us06web.zoom.usj/87425422702?pwd=YnNtbkxnMmxrWUc
3SHUzSFZQkRUZz09 | Meeting ID: 874 2542 2702 | Passcode: 5W135P
Anmeldungen und Infos unter:
T 0157-39011141 | info@lv-tanzszene-bremen.de | www.lv-tanzszene-bremen.de

 

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Landesverband TanzSzene Bremen e.V. TanzDiskurse April 2022 15.30–17 Uhr Deutsches Tanzfilminstitut Bremen Am Wall 20 28195 Bremen

Olga Bontjes van Beek vor einem Vorhang von Bernhard Hoetger. Archiv Saskia Bontjes van Beek. Olga Bontjes van Beek – Vom Tanz zur Malerei. Ein Abend mit Texten, Bildern und Tönen
Szenische Lesung mit Katharina Schumacher und Lorenz Meyboden.
Veranstaltungs-Dokumentation Kunstverein Fischerhude e.V. In Buthmanns Hof. 28870 Fischerhude. Im krummen Ort 2 26.3.2022 um 19:30 Uhr und 27.3.2022 um 18.00 Uhr

 

 

 

Die Tänzerin, Bildhauerin und Malerin Olga Bontjes van Beek ist die sechste und jüngste Tochter des Malers Heinrich Breling – ihrem schöpferischen Leben und Wirken ist diese szenische Lesung im Rahmen der Ausstellung “Heinrich Breling und seine Tochter Olga Bontjes van Beek” des Kunstvereins Fischerhude in Buthmanns Hof gewidmet.

 

“Zentral ist in der Veranstaltung die von Dagmar Brendecke dramaturgisch aufbereitete Erzählung einer Auswahl von Olga Bontjes van Beeks eigenen starken Texten, Briefen und Aufzeichnungen zu ihrer Kunst und zu ausgewählten Ereignissen ihres Lebens – dargestellt von der Schauspielerin Katharina Schumacher unter der Regie von Joël Detiège. Skizzen, Fotos ihrer Choreografien, Zeichnungen und natürlich Bilder der vielseitigen Künstlerin, die in Fischerhude lebte und wirkte, visualisieren die ausgewählten Textpassagen. 

 

Olga Bontjes van Beek (1896-1995) studiert Tanz in der Elizabeth-Duncan-Schule in Darmstadt und bei Sent M’Ahesa und ist später Schülerin des Malers Fritz Mühsam in Paris. Zu ihren Freunden gehören Bernhard Hoetger, Heinrich Vogeler und Theodor Lessing.

 

Dieser Abend erhält eine ganz besondere multimediale Dramaturgie: Olgas Skizzen, die sie selbst zu ihren Tanzbewegungen gezeichnet hat, werden zu Leben erweckt und rhythmisch zu einer Debussy-Aufnahme des Pianisten Walter Gieseking, mit dem die bedeutende expressionistische Tänzerin in den 1920er Jahren auf ihren Tourneen zusammen arbeitete, geschnitten – diese eigens angefertigte Video-Animation vermittelt bewegte Eindrücke ihrer Tanzkunst. Die Skizzen dazu hat Katharina Guillon zum Leben erweckt, die Videoanimation stammt von Giacomo Colonnelli. Ergänzt werden Passagen durch Olgas Bühnenfotos, Familienbilder, Theaterprogramme, Kritiken und Postkarten der Tourneen. Einige Filmausschnitte lassen die Persönlichkeit der Künstlerin lebendig werden. Ihre eindringlichen, tiefen und kraftvollen Bilder aus ihrer späteren Schaffensperiode zeigen sie als Malerin.

 

Die Schauspielerin Katarina Schuhmacher ist die Idealbesetzung für das Projekt. Mit ihrer Fähigkeit, sich auch in Gebärdensprache auszudrücken, wird sie auf eine subtile Art Olgas Dynamik spürbar und sichtbar machen. Der Schauspieler Lorenz Meyboden ergänzt die original aus Olga Bontjes van Beeks Feder stammenden Textpassagen durch zeitgeschichtliche Eindrücke.

Musikaufnahmen der Zeit und assoziative Töne bereichern akustisch und vermitteln ein lebendiges Gefühl für die jeweilige Epoche.  Auch Gedichte befreundeter Künstler, Kommentare von Freunden, wie Helmut Schmidt und Lew Kopelew, zeugen von der Faszination für die Künstlerin Olga Bontjes van Beek.

Das vielschichtige Material eröffnet einen faszinierenden Blick auf eine einzigartige Künstlerin, ihre Kunst und das Leben im 20. Jahrhundert.”

 

Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung von Barbara von Monkiewitsch, für den Text “Olga Bontjes van Beek – Vom Tanz zur Malerei” von Dagmar Brendecke, aus dem wir hier Auszüge verwenden dürfen, und für die wunderbaren Fotos aus dem Archiv von Saskia Bontjes van Beek, die den Beitrag illustrieren und die Herr Stock vom Kunstverein Fischerhude e.V. übermittelt hat.

 

Szenische Lesung
»Olga Bontjes van Beek – vom Tanz zur Malerei –
Ein Abend mit Texten und Bildern und Tönen
«
Produktion und Regie: Joël Detiège
Autorin: Dagmar Brendecke
Darstellerin: Katharina Schumacher
Sprecher: Lorenz Meyboden

Videoanimation: Giacomo Colonnelli mit Zeichnungen von Katharina Guillon nach Skizzen von Olga Bontjes van Beek.

 

Samstag, 26.3.2022
Beginn 19:30 Uhr
Eintritt 15 €

Zweiter Termin am Sonntag, 27.3.22, um 18 Uhr

 

Samstag, 2.4.2022

Filmabend
»Olga – ein langes Leben«
von Konstanze Radziwill
Beginn 20 Uhr

 

Wir machen gerne darauf aufmerksam, dass die Schau “Heinrich Breling und seine Töchter” in Buthmanns Hof sich vom 13.3. bis 24.4.2022 dem schöpferische Werk der jüngsten Tochter von Heinrich Breling, Olga Bontjes van Beek, widmet.

 

 

 

Das Europäisches Solidaritätskorps – Unsere Erfahrungen als Aufnahmeorganisation für Freiwillige aus Europa

Interview NaturKultur e.V. Deutsches Tanzfilminstitut Bremen D 14.2.2022

 

 

 

Das Deutschen Tanzfilminstitut Bremen bietet jungen Menschen aus Europa die Möglichkeit als Freiwillige in den laufenden Betrieb des Instituts hineinzuschnuppern und aktiv mitzuwirken. Durch den Verein NaturKultur finden junge Europäer:innen zu uns. NaturKultur gibt den jungen Menschen, die in verschiedenen kulturellen und sozialen Organisationen in Bremen aktiv sind, für die Dauer ihres Aufenthalts einen Rahmen und verbindet uns und das europäische Programm miteinander. Das ESK – Europäischen Solidaritätskorps begutachtete regelmäßig die geeigneten Voraussetzungen.

 

Wir freuen uns sehr, dass  der Filmemacher Andrey Matalyha aus Berlin uns im Tanzfilminstitut in Bremen besucht hat, um mit der Leiterin Heide-Marie Härtel über die Erfahrungen als Aufnahmeorganisation für Freiwillige zu sprechen. Die Eindrücke von unsere Kollegin Catarina Garcia, die als ESK Freiwillige kam und heute im Haus fest angestellt ist, und die Erlebnisse der Freiwilligen Giacomo Collonelli und Ernesto Bello vervollständigen den Filmbeitrag. Ihre Einbindung in unser Team und die kulturelle Bereicherung durch die Freiwilligen werden sichtbar. 

 

Die Erfahrungen einer Aufnahmeorganisation

00:00 Was ist das Deutsches Tanzfilminstitut Bremen
00:49 Wie das Team vom Europäischen Solidaritätskorps (ESK) erfahren hat
01:09 Die Erfahrungen der ersten ESK Freiwilligen
02:10 Was sollten Sie den Freiwilligen zur Verfügung stellen
02:57 Vorteile der Aufnahme von Freiwilligen

 

Das Video kann hier angesehen werden (im rechten Bild oben auf den Pfeil klicken) und es findet sich auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=_72Ye4G1fYs&ab_channel=NaturKulture.V. 

 

Weitere Infos über NaturKultur und seine Projekte

Facebook: https://www.facebook.com/NaturKulturEV/

Instagram: https://www.instagram.com/naturkultur…

Instagram NaturKultur Freiwilligen: https://instagram.com/volunteersofbremen
Die Website: https://www.naturkultur.eu/

 

Weitere Informationen über das europäische Programm Solidaritätskorps. https://www.solidaritaetskorps.de/
Hier kannst du deinen Freiwilligendienst finden: European Youth Portal

 

 

Filmstill.

Die Fotografin Marianne Menke moving faces. Foto- und Filmporträts von 36 Bremer Tanzschaffenden
Preview der 36 Filmporträts im Live-Stream aus dem Deutschen Tanzfilminstitut Bremen.
Sendetermin Landesverband TanzSzene Bremen e.V. Deutsches Tanzfilminstitut Bremen/ Forum am Wall D 11.12.2021 um 18.00 Uhr

Sichtbar werden viele Facetten in den fast 40 Porträts Bremer Tanzschaffender, die im Auftrag des Landesverband TanzSzene Bremen von der Fotografin Marianne Menke festgehalten worden sind.

 

Auf der Suche nach einem Fotosetting kam die Fotografin, Marianne Menke, ins Tanzfilminstitut und rasch war gemeinsam mit Heide-Marie Härtel die Idee geboren, das Fotosetting im Institut als Kulisse für ein persönliches Interview mit der jeweiligen Künstlerin, dem jeweiligen Künstler zu nutzen. Gemeinsam mit vorhandenen Filmmaterialien aus den Beständen im Archiv des Tanzfilminstituts und ergänzt um eigens für diese Filmclips angefertigte, aktuelle Filmaufnahmen aus den Ballettschulen und Tanzstudios sowie laufender Proben entsteht die informative Reihe von Kurzporträts: “moving faces” zeigen die Protagonist:innen in ihrer professionellen Umgebung.

 

Das Ergebnis sind 36 Videoclips von etwa drei Minuten, die die hohe Professionalität, die künstlerische Vielfalt und die ganze Bandbreite des kreativen Schaffens von Tanzkünstler:innen, die aus aller Welt nach Bremen kommen, spiegeln.

 

Die Filmclips wurden vom Team des Deutschen Tanzfilminstituts und von Médoune Seck realisiert.

 

Die Videoporträts der beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind ab dem 12.12.2021 online auf der Homepage des Landesverbands TanzSzene Bremen und können dort unter “TanzSzene” aufgerufen werden.

 

Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen bedankt sich für die kreative Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.

 

Unterstützt durch DIEHL+RITTER/TANZPAKT RECONNECT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz

Deutscher Tanzpreis 2021. Die Gala
Am Samstag, den 23. Oktober 2021, wird der Deutsche Tanzpreis im Essener Aalto-Theater verliehen – die renommierteste Auszeichnung für den Tanz in Deutschland. Die Preisverleihung ist eingebettet in ein hochkarätiges Tanz-Galaprogramm mit Beiträgen aus dem klassischen Ballett, dem Tanztheater und dem zeitgenössischen Tanz. Seien Sie live dabei im Livestream oder genießen Sie die Aufzeichnung des Abends noch bis zum Sonntag, 24. Oktober, 23.00 Uhr.
Dreharbeiten Dachverband Tanz Deutschland / Aalto-Theater Essen Essen D 23.10.2021 um 18.00 Uhr

Den Deutschen Tanzpreis 2021 erhält die Gründerin und Leiterin des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen Heide-Marie Härtel. Mit ihrem Lebenswerk verbindet sich eine weltweit herausragende Institution und der Impuls, Tanz im Medium des Films festzuhalten und zu neuem Leben zu erwecken.

 

Ehrungen erhalten außerdem die Ballettpädagogin Ursula Borrmann, die Choreografin Claire Cunningham sowie der Gewerkschafter Adil Laraki.

 

Zu den Höhepunkten des Abends gehört u. a. das vom Stuttgarter Ballett getanzte Pas de Deux aus John Crankos „Eugene Onegin“ sowie Reinhild Hoffmanns „Solo mit Sofa“.

Durch den Abend begleitet Siham El-Maimouni, Moderatorin beim Westdeutschen Rundfunk.

 

Details zum Programm der Gala finden Sie hier [klicken].

 

Das Ticket für das Live-Streaming kann online unter folgendem Link erworben werden: Hier klicken.

 

Wahlweise können Sie folgenden Link kopieren: https://www.eventbrite.de/e/deutscher-tanzpreis-2021-tickets-166287537501

 

Das Team des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen freut sich in diesem Jahr besonders, die Gala filmisch zu dokumentieren.

tanz:digital. Virtuelles und interaktives Forum für Tanz [Making Of]
Mit tanz:digital sollen Tanzkünstler*innen, Tanzensembles und Institutionen des Tanzes in der medialen Präsentation künstlerischer Produktionen gestärkt werden. Das Deutsche Tanzfilminstitut dokumentiert ausgewählte Projekte.
Video-Produktion Dachverband Tanz Deutschland/ NEUSTART KULTUR Bundesweit D 2021/2022

 

 

TANZ DIGITAL

 

“Ziele der Förderung im Rahmend es Programms NEUSTART KULTUR sind die Entwicklung innovativer choreografischer/künstlerischer Formate und die Erprobung neuer Aufnahme- und Produktionsformate – z. B. die Arbeit mit Bodycams, 3D- und 360°-Aufnahmetechniken, VR- und AR-Anwendungen, Streaming- und Video-on-Demand-Produktionen, Formatentwicklung für soziale Netzwerke und Gaming.” Dachverband Tanz Deutschland

 

Making Ofs des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen als Projektbestandteil

 

Die Arbeit mit digitalen Medien ist im Tanzbereich mittlerweile absolute Realität. Sie ist aber mehr ein Bestandteil interner Arbeitsabläufe als ein Thema mit gesellschaftlichem und ästhetischem Gewicht in den Produktionen. Choreograph- :innen nutzen neue Technologien unbeschwert und praxisorientiert zur Unterstützung für den Produktionsprozess oder als bildgebendes Mittel als Bestandteil der Produktion, oft im Bereich des Bühnenbildes.

 

Das Projekt “tanz:digital” des Dachverbands Tanz Deutschland widmet sich dem darüber hinausgehenden Thema: Was geschieht, wenn sich Tanz und digitale Technologie in einen gleichberechtigten Dialog für ein Ergebnis zusammenfinden, das nicht einmal unbedingt mit einer Bühne zusammenhängt, sondern vielleicht sogar nur im weltweiten Internet zu rezipieren ist? Hierfür wurden 14 Einzelproduktionen ausgewählt, die eine ganze Bandbreite veränderter Produktions- und Rezeptionsweisen umfassen.

 

Das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen hat es sich in diesem Rahmen zur Aufgabe gemacht, eine Brücke zu bauen zwischen der Motivation der realisierenden Künstler:innen und dem damit fokussierten Nutzerkreis. Das bedeutet konkret, dass für etwa 10 Einzelprojekte “Making Ofs” erstellt werden, die potentielle Nutzer:innen, ob technikaffin oder nicht, darauf vorbereiten, was sie erwartet, wenn sie sich einem der vielen neuen Angebote anvertrauen möchten.  

 

Die Making Ofs werden den höchst einzigartigen Produktionsprozess der ausgewählten Projekte an je einem Drehtag begleiten und damit die Wahl der technischen, ästhetischen, eventuell auch pädagogischen Mittel in einem jeweils etwa 10-minütigem Film für ein breites Publikum zugänglich machen. Interviews mit der künstlerischen Leitung und anderen Projektbeteiligten ergänzen den Filmbericht.

 

 


BKM

 

 

 

Wis­sens­Wan­del. Di­gi­tal­pro­gramm für Bi­blio­the­ken und Ar­chi­ve in­ner­halb von NEUSTART KULTUR

Digitalisierung dbv Deutscher Bibliotheksverband und NEUSTART KULTUR digital D 2021/22

 

Das Deutsche Tanzfilminstitut freut sich sehr darüber, dass sein Antrag im Rahmen von “WissensWandel. Digitalprogramme für Bibliotheken und Archive innerhalb von NEUSTART KULTUR” als Leuchtturmprojekt ausgewählt worden ist. Näheres über unser Vorhaben zur digitalen Vermittlung von Tanzgeschichte erfahren Sie hier in Kürze.

 

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Ein Projekt im Rahmen von „WissensWandel. Digitalprogramm für Bibliotheken und Archive innerhalb von NEUSTART KULTUR“. Das Programm „WissensWandel“ des Deutschen Bibliotheksverbandes wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Programm NEUSTART KULTUR zielt auf einen Neustart des kulturellen Lebens in Deutschland in Zeiten von Corona und danach, indem Kultureinrichtungen zur Wiedereröffnung ihrer Häuser, Programme und Aktivitäten ertüchtigt werden. Nähere Informationen zum Programm „WissensWandel“ finden Sie unter: www.bibliotheksverband.de/wissenswandel

 

 

 

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Foto: Jörg Landsberg Geteilte Blicke. Ein Interview von Claudia Henne mit Heide-Marie Härtel
Heide-Marie Härtel war Tänzerin, bevor sie zur Kamera griff und das Deutsche Tanzfilminstitut in Bremen gründete. Für dieses Lebenswerk bekommt sie nun den "Deutschen Tanzpreis".
Interview Herausgeber - Der Theaterverlag Berlin D 1.10.2021

 

Das Gespräch der Tanz-Journalistin mit der diesjährigen Tanzpreisträgerin veröffentlicht die Zeitschrift “tanz in ihrer aktuellen Ausgabe. Hier stellen wir Ihnen das komplette Interview vor.

 

Liebe Heidi, so viel wie in diesem Jahr, in dem Dir der Deutsche Tanzpreis 2021 in Anerkennung Deiner unermüdlichen Arbeit für den Tanz, für die Dokumentation des Tanzes zugesprochen worden ist, hast Du sicher schon lange nicht mehr über Dein Leben, Deine Lebensstationen nachdenken und reden müssen.
Ich möchte unser Interview mit Deiner existentiellen Entscheidung beginnen, 1978 die Bühne zu verlassen, nicht mehr zu tanzen. Du warst 28 Jahre alt. War Dein Alter ausschlaggebend? Oder was war der Grund?

 

Mit meinen 28 Jahren hatte ich schon fast ein ganzes Tänzerleben hinter mir. Angefangen mit fünf Jahren in einer privaten Ballettschule in Saarbrücken, bei der ich mit meinem Tanzpartner Jürgen Linn bereits im Alter von 15 Jahren die Originalchoreographien der Pas de deuxs aus Schwanensee und Don Quichote tanzen durfte. Dann die Superlehrer wie Kurt Peters und Peter Appel in Köln, die uns stilsicher und auch modern machten. Kresnik war die logische Folge, aber auch grundsätzlich ein Abschluss. Ich vermisste nach sechs Jahren in seiner Compagnie die demokratischen Reformen, die im Schauspiel längst begonnen hatten. Die Rolle der Frauen im Tanz war für mich selbst bei Pina Bausch noch nicht zeitgemäß. Das gab’s erst Jahre später für mich bei Keersmakers “Rosas tanzt Rosa”.

 

Du hattest Dich 1971 voller Überzeugung und Elan Johann Kresnik und seinem politischen Tanztheater in Bremen angeschlossen. Wolltest Du Politik und Tanz in Deinem Leben zusammenbringen?

 

Ich hatte bereits 1970 gemeinsam mit meinem damaligen Lebensgefährten Pierre le Page für die letzte Vorstellung der Abschlussklasse ein Stück gemacht, in dem wir die Herkunft und Bedeutungsebenen des klassischen und modernen Balletts an einem choreographierten Gruppenstück demonstrieren wollten. Dazu kamen eingesprochene Texte, die den historischen Entstehungszusammenhang verschiedener Tanztechniken herstellten: Die französische Monarchie unter Ludwig XIV., in der der König sich als Zentrum der Welt zelebrierte für das klassische Ballett und die Psychoanalyse in den 1930er Jahren in der Zeit der Entwicklung der Graham Technik. Dazu Adorno-Zitate. Unser Stück war als Hommage an die Lehrer gedacht mit dem Tenor: Ja, wir haben verstanden! Leider durfte es nicht aufgeführt werden. Die Lehrer hatten Angst, daß die Ballettdirektoren, die zu diesen Abschluss Abenden kamen, abgeschreckt werden könnten von solch aufgeklärten, mündigen Studenten. Der Wunsch zu Kresnik zu gehen war nur konsequent.

 

Würdest Du rückblickend sagen, eine typische Entwicklung für deine Generation, die sich Mitte/Ende der 60er Jahre politisch engagierte, radikalisierte? Du bist 1950 in Saarbrücken geboren worden.

 

Typisch wofür? Für eine Generation vielleicht aber nicht für die damalige Tänzer Landschaft in Westdeutschland. Wir befanden uns in einer Zeit des (klassisch geprägten) “Deutschen Ballettwunders” aus Stuttgart. Eine eigene Traditionslinie des Ausdruckstanzes war durch seine Verquickung mit dem Nationalsozialismus quasi ausradiert worden, obwohl viele Choreographen und Tänzer sich jener Zeit per Emigration durchaus verweigert hatten.
Fünf Jahre nach dem Kriegsende geboren, gehörte ich zu einer Generation, die ihre Eltern noch gefragt hat, wo wart ihr 1939 bis 1945? Ausgangspunkt meiner Politisierung war der Spagat zwischen den Filmen über die Judenverfolgung, die ich in der Schulzeit sah, und dem Beharren der schlesischen Flüchtlinge in Saarbrücken, einer davon mein Vater, dass sie nur die Opfer wären, die ihre Heimat verloren und nicht auch Mit-Täter, die Hitler auch als einfache Soldaten unterstützt hatten.

 

Wie politisch war der Tanz damals – jenseits von Kresnik? Du selbst hattest eine klassische Tanzausbildung in Köln hinter Dir.

 

Der Tanz, den ich kannte, war extrem unpolitisch, es sei denn, man hält die zaghafte Annäherung von Choreographen an die kulturelle Umwälzung in der Musik der 68er für politisch. Meine Lehrer Kurt Peters und Peter Appel waren aber sehr politisch und insbesondere pazifistisch eingestellt – und da galt auch in der Schule “Augen auf!”.

 

Ende der 70er Jahre war die „rote“ Universität Bremen, an die Du Dich dann eingeschrieben hast, noch jung. Spielte das für Deine Entscheidung eine Rolle?

 

Die “rote Uni” spielte eine große Rolle für mich. Bereits während meines Engagements als Tänzerin in Bremen ging ich ein oder zweimal die Woche zwischen den damals noch geteilten Proben zu Vorlesungen. Mich faszinierten die Thesen von Marx, die Diskussionen um die Ungleichheit in der gesellschaftlichen Bewertung von geistiger und körperlicher Arbeit und die Rolle der Kultur bei der zivilisatorischen Zurichtung unserer Körper.

 

In Deiner Magisterarbeit in den „Kulturwissenschaften“ hast Du Dich mit “Choreografie und Körperwissen,- Äußere Bedingungen und innere Umstellungen der Entwicklung einer Kulturtechnik” beschäftigt – worum ging es Dir in dieser Arbeit?

 

Ich wollte die Mythen um das Ballett als “die reine Kunst” entzaubern und den Blick für physiologische und gesellschaftliche Umstellungen ästhetischer Entscheidungen frei machen. Einfachstes Beispiel: Warum drehen klassische Tänzer ihre Füße und Beine so stark auswärts? Nicht etwa weil das schöner aussehe, sondern weil nur so der Aktionsradius der Beine maximal erweitert werden kann und die extreme Limitierung durch das Aneinanderstoßen von Becken- und Oberschenkelknochen überwindbar wird.

 

Hast Du mit diesem Wissen durch das Kameraauge geblickt?

 

Dieses Wissen hilft Dir kaum, eine Kamera zu führen. Ich habe mich mehr leiten lassen von einer Philosophie des Zeigens. Ich konnte schon als Kind und auch noch heute kaum etwas Schönes oder Interessantes genießen, wenn ich es alleine tun mußte. Ich wollte und will es immer mit anderen teilen können. Die Kamera war für mich ein Mittel, dies zuverlässig zu garantieren, wenn auch zeitversetzt. Mein Blick auf die Bühne durch die Optik einer Kamera wollte das Gesehene nicht entzaubern, sondern es vielmehr wie ein Bodyguard schützen.

 

Du hast Dich parallel zum Studium mit der Technik und Methodik des Filmens auseinandergesetzt – was hat Dich gereizt, Dich mit Filmen zu beschäftigen?

 

Mein damaliger Lebensgefährte steuerte auf eine Filmkarriere zu und machte ein Volontariat bei Radio Bremen. Zelluloidfilm kam für die Bühne aus Kostengründen kaum in Frage, deshalb kaufte ich mir in der Städtischen Pfandleihe 1976 eine der ersten transportablen Videoanlagen, die eigentlich für Sportaufnahmen entwickelt worden war und sich im Nachhinein als Diebesgut herausstellte. Geschnitten wurde mit einer umfunktionierten Seifendose, die es mit einem eingenbastelten Lichtschalter erlaubte, zwischen zwei Zuspielern zu wählen.
Filmisch geprägt waren wir von der französischen Novelle Vague, Filmen wie “Z” von Costa Gavras und den frühen Filmen von Rainer Werner Fassbinder, der im gleichen Jahr meines Engagement am Bremer Theater sein Stück “Bremer Freiheit” über die 15-fache Mörderin Gesche Gottfried gemacht hatte,- für Bühne und später auch für Film.

 

Bereits ein Jahr nachdem Du die Bühne verlassen hattest, gaben Dir Reinhild Hoffmann und Gerhard Bohner, die 1979 die Nachfolge von Kresnik in Bremen angetreten hatten, den Auftrag die Sparte Tanz mit der Videokamera zu begleiten. Was hieß das genau?

 

Es war ein enormes Spielfeld, das sie mir als filmischen Laien überlassen haben. Ich konnte anfangs nur während der Proben filmen. Den Stückablauf hatte ich mir oft auf einen Walkman gesprochen und während des Drehs abgerufen. Die Bezahlung durch das Theater war so bescheiden, dass die Tänzer mir bei der Filmpräsentation ungefragt ein Couvert mit gesammeltem Geld überlassen haben.

 

Reinhild Hoffmann traute mir als ehemalige Tänzerin dieses Ensembles einiges zu, sodass sie mir die Aufzeichnung ihres berühmten “Solos mit Sofa” für den NDR übergab. Ich wollte die Kameraarbeit dann einer der ersten professionellen Kamerafrauen des deutschen Fernsehens, Amadou Seitz, übertragen. Amadou Seitz winkte nach Ansicht meiner laienhaften Premiere Aufzeichnung von 1977 ab mit der Begründung, das könne ich selbst. Sie wurde meine engste Beraterin nicht nur während dieses Drehs. Nach der TV-Premiere des 100-minütigen Porträts über Reinhild Hoffmann “Die Sinnlichkeit des Boxhandschuhs” 1985 für das Hauptprogramm des ZDF, fragte mich ein Tänzer: “Wann hast Du das denn gedreht?” Trotz der großen Fernsehkamera auf der Schulter wurde ich während der dreimonatigen Dreharbeit wohl immer noch als Kollegin, als Teil der Compagnie wahrgenommen. Ein Heimvorteil im weitesten Sinne.

 

Ende der 70er Jahre war es keineswegs selbstverständlich Tanzaufführungen aufzuzeichnen – hast Du Neuland betreten?

 

Ja, schon, das geschah aber nicht bewusst. Für uns in den 70ern im Bremer Theater war es Alltag, ein Fernsehteam im Ballettsaal zu haben. Kresniks Stücke und das Umfeld mit Wilfried Minks, Peter Zadek, Rainer Werner Fassbinder etc. unter Kurt Hübner haben dafür gesorgt, dass die Theater Revolution der damaligen Zeit, die in Bremen geschah, bundesweite Aufmerksamkeit erregte. Aber was blieb außer diesen kurzen drei- bis sechs-minütigen Magazin Beiträgen? Ganz anders die Situation in der Folkwangschule zur damaligen Zeit. 1975 gab Pina Bausch die Leitung des Folkwang Tanzstudios an Susanne Linke und Reinhild Hoffmann. Die Publikumsnachfrage blieb mäßig in Wuppertal und Essen-Werden. Das später weltberühmte deutsche Tanztheater à la Folkwang litt unter Geburtswehen. Was lag näher für mich, als auf die Bitten der früheren Kollegen zu reagieren und ihre Stücke mit meiner kleinen S/W-Kamera aufzuzeichnen.
Das Tanztheater oder das Choreographische Theater, wie Kresnik es bezeichnete, folgte anderen Kunstsparten wie dem Autorenfilm der 60er Jahre und dem Regietheater. Die enge Bindung an eine Stoffvorlage, einen literarischen Text, eine festgelegte Choreographie wurde zugunsten aller beteiligten Kreativen aufgegeben. Bei Kresnik waren es die Agit Prop-Anleihen, bei Bausch, Hoffmann und Linke die Improvisationen der Tänzer, die jedes neue Stück bereicherten, aber oft nur eine Spielzeit gezeigt wurden. Wer würde uns als junge Tänzer 20 Jahre später glauben, dass wir 1971 mit Holz Gewehren auf der großen Stadttheaterbühne standen und gegen den Vietnam-Krieg tanzten?

 

1982 hast Du gemeinsam mit Monika von Behr die Medienfirma “MOVI” gegründet, 1988/1989 das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen gemeinsam mit Susanne Schlicher als non-profit-Organisation. Erinnerst Du Dich an den Moment, wo Du merktest, dass mit dem Filmen geht jetzt richtig los? Ich kann mit einem kleinen Team Tanzaufführungen landauf, landab aufzeichnen, die Compagnien brauchen Aufzeichnungen?

 

Im Grunde war das eher ein schleichender Prozess. Im gleichen Tempo, indem ich mir angeeignet habe, wie man Film für den Tanz angemessen nutzt, entwickelte sich bei Choreographen ein Bewusstsein dafür, welche Hilfestellungen ein Video während ihres Arbeitsprozesses und danach sein konnte. Im gleichen langsamen Tempo, indem das Fernsehen sich dem Medium Tanz in den 90ern näherte, konnte ich lernen, wie man TV-gerecht arbeitet. Das 1. Tele-Tanzjournal war von 3Sat zum Beispiel als unrealisierbar abgelehnt worden. Wir haben uns von dieser Ablehnung nicht beeindrucken lassen und schnitten nachts oder an den Wochenenden in einem Bremer Studio, das uns solange nichts kostete, wie es keinen Auftraggeber gab. Das hat die Schnittphase auf bald 2 Monate verlängert. Ich konnte diese Zeit gut nutzen, um von Cuttern und TV-Profis zu lernen, wie man was machen kann. Als das 1. Tele Tanzjournal dann fertiggestellt war, hat 3sat es gesendet, ohne einen einzigen Schnitt geändert zu haben.
Die wichtigste Rolle spielte aber letztendlich das Vertrauen der Choreographen und Tänzer, die mir die Chance gegeben haben, ihre Arbeiten zu dokumentieren.

Hast Du von Beginn an daran gedacht, mit diesen Kassetten ein Tanzfilmarchiv aufzubauen?

 

Wann wird aus einer privaten Sammlung ein Archiv? Wenn ein berühmter Choreograph dir seine eigene Videosammlung anbietet, wie Gerhard Bohner 1990, oder wenn man beginnt, seine Aufzeichnungen systematisch auf einer eigens dafür erfundenen Datenbank mit den Daten von Tanzgeschichte und Werk zu verbinden? Wenn man die Chancen von Video, das Material mehrfach zu bespielen, gar nicht nutzt, sondern alle Aufnahmen sorgfältig aufbewahrt? Es gibt ja ein wunderbares Tanzarchiv,- in Köln, gegründet von meinem Lehrer und Mentor Kurt Peters. Aber es gab noch kein produzierendes Filmarchiv für Tanz. Das hatte ich mir seit meiner Studienzeit in Köln gewünscht, die Filme zu den tollen Büchern der Peters-Sammlung zu sehen. Dass ich es selbst einmal realisieren würde, da musste ich auch erst hineinwachsen.
Spätestens seit unseren Digitalisierungsprojekten großer Bestände aus dem Stuttgarter Ballett, dem Staatsballett Berlin und Bayern sowie dem Hamburg Ballett kann man unsere Sammlung nicht mehr auf die Geschichtsschreibung der Entwicklung des westdeutschen Tanztheaters festlegen. Bei uns treffen sich der klassischer und moderner Tanz auf Augenhöhe.

 

Anfang der 80er ( 90er !!) Jahren zeigten sich Fernsehanstalten offen für Tanz; das Goethe-Institut schickte Dich mit Deinen Kassetten durch die Welt, um die deutsche Tanzgeschichte vorzustellen – war der Tanz endlich im Kultur Establishment angekommen?

 

Für das Ausland mit seinen über 100 Goethe-Instituten sah das fast so aus. In Deutschland selber wohl kaum. In meinen über 100 Film Vorträgen und vielen Workshops im außereuropäischen Ausland, oft als “Vorgruppe” zu Gastspielen des westdeutschen Tanztheaters, war völlig klar: das Tanztheater bot vielen Tänzern vor allem in den asiatischen, aber auch in den Osteuropa und in Südamerika, Anknüpfungspunkte, um aus der eigenen Erstarrung herauszukommen.

 

Meine persönlichen Begegnungen vor Ort mit Tänzern des Bolschoi Balletts in Moskau, mit Merce Cunningham in New York und Chandralekha in Madras, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, haben meinen Tanz Horizont sehr erweitert und mir die Bedeutung von tanzkultureller Bildung über Medien immer klarer gemacht.
Das deutsche Fernsehen kommt dagegen seit Beginn seiner Existenz seinem Kulturauftrag in Bezug auf Tanz kaum nach. Von 1993-2007 durften wir alle 2 Jahre mit unserem jeweils 90-minütigem Tele-Tanzjournal über die Entwicklungen der Sparte berichten. Der frühe Tod des Redakteurs Jo Schmidt war leider das Ende dieser Sendereihe. Der Theaterkanal des ZDFs, für den wir ebenfalls viel produziert haben, wurde abgeschafft.

 

Welche Folgen hatte der Wechsel vom analogen zum digitalen Arbeiten im Film für Dich? Für das Tanzfilminstitut?

 

Jede technische “Revolution” habe ich im Team mit technikaffinen männlichen Mitarbeitern zuerst damit beantwortet: “O.K. Ich besorge die Technik, aber bedienen müsst ihr sie.” Am Ende musste ich alle Innovationen, ob bei Kameras, analogen oder digitalen Schnitt selber nachvollziehen. DIe Choreographen kamen an Wochenenden oder spät nach der Probe, um die Schnittarbeiten “abzunehmen”. Das habe ich keinem Mitarbeiter regelmäßig zugemutet.
Es gelang uns, auf dem Niveau der Fernsehtauglichkeit zu bleiben, war aber eigentlich unbezahlbar. Heute ist das Dreh Equipment günstiger, dafür sind aber die archivarischen Vorkehrungen, die man für den Langzeit Erhalt der Materialien braucht, umso kostspieliger.

 

Mittlerweile ist das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen ein eingetragener Verein, Du bist die künstlerische Leiterin und im Forum am Wall lagert die größte Tanzfilm Sammlung der Welt – wie fühlt sich das eigentlich an, täglich durch sein Lebenswerk zu laufen?

 

Das Wort “Lebenswerk” habe ich bis zu diesem Jahr nicht wahrhaben wollen. Die Sammlung ist das Werk vieler, in dessen Zentrum ich durchaus beharrlich stehe. In der Mitte einer der liebenswertesten Städte des Landes, seit fast 20 Jahren das Büro und eine ganze Etage des ehemaligen Polizeidirektors dank der Förderung durch das Land Bremen und des Bundes mieten zu können, das ist ein großes Geschenk. Jeder Arbeitstag beginnt mit diesem Glücksgefühl. Hier trifft sich nicht nur die Bremer Tanzwelt.

 

Du hast in einem Interview gesagt: „All das, was hier im Tanzfilminstitut ist, ist eigentlich ein Befreiungsakt für den Tanz, um was Neues zu machen!“ Wie meinst Du das?

 

Tanz und Film sind wie Malerei und Fotografie ein Geschwisterpaar, das sich seit Beginn des Aufeinandertreffens gegenseitig in ihrer Entwicklung beflügelt hat. Der Film begann mit Bewegungsstudien und der Stummfilm kam ohne den Tanz als Mittel, die noch stockenden Bewegungen der Film Bilder zu überdecken, kaum aus. Die Malerei hat ihre Verantwortung für die Abbildung der Realität an der Garderobe der Kunstgeschichte abgegeben und so erst Impressionismus und Expressionismus ermöglicht. Der Film hat es geschafft, Bewegungen aus der nur persönlichen Erinnerung der Tanzenden zu befreien. Benjamins These vom “Kunstwerk im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit” von 1935 erwähnt zwar die Bedeutung des Films auf die Kunstsparte Tanz nicht definitiv, aber die explosionsartig sich entwickelnde Tanzrevolution nach der letzten Jahrhundertwende in Amerika und Deutschland ist ohne die Erfindung des Film kaum denkbar. Heute stehen wir mit der Digitalisierung und neuen, nicht nur zweidimensionalen Abbildungsformen der Realität vor neuen Fragen, die auch Rückenwind für neue Entwicklungen im Tanz bedeuten können und das nicht nur in Nutzung der Neuen Medien, sondern vielleicht auch in ihrer strikten Ablehnung.

 

Du bist einerseits Kamerafrau, Regisseurin, Autorin, Produzentin und andererseits Dokumentaristin/Archivarin – sprich Du hast die deutsche Tanzgeschichte seit den 70er Jahren in Kopf und Körper, auf Kassetten und in digitaler Form in Deiner Nähe. Damit nicht genug. Du hast den Verbund Deutscher Tanzarchive mitbegründet und bist Vorstandsmitglied im Dachverband Tanz Deutschland. Sprich Du kennst Tod und Teufel. Da drängt sich förmlich die Frage auf, ob es etwas außerhalb des Tanzes gibt, dass Du mit so viel Energie und Leidenschaft betreibst?

 

Schwierige Frage. Hinter den Kulissen von Kameraarbeit, Schnitt, Regie und kulturpolitischer Arbeit verbringe ich oft Tage damit, die archivarischen Strukturen zu verbessern, Datenbankprobleme zu lösen, neue Softwares zu lernen. Das könnte auch wie eine Leidenschaft daher kommen. Zu analogen Zeiten war das noch das Löten von Kabeln oder Steckfeldern, das heutzutage von einem Profi sicher besser erledigt wird.
Noch andere Leidenschaften so nebenbei zu betreiben,- das geht kaum. Ich würde gerne mehr für meine Lebenspartnerin, für Freund*innen und Familie da sein. Aber wie soll das gehen, wenn ein freies Wochenende oft genug zum Jahresurlaub deklariert werden muss. Was besser gelingt und meinen Leidenschaften auch entspricht, ist das Hören von klassischer Musik und von Hörbüchern der klassischen Literatur. Und ich koche gerne.

 

Ich bin sicher, Du hast Dich lange nicht so intensiv mit Deiner Vita beschäftigt, wie seit der Bekanntgabe der Tanzpreis Verleihung an Dich. Hat Dir die Erinnerung Streiche gespielt?

 

Ja und Nein. Durch die Brille des zu erwartenden Tanzpreises fielen mir sehr viele positive Beispiele der Unterstützung in meinem Leben und für den Aufbau des Tanzfilminstituts ein, die ich im Zuge der heute noch notwendigen Kämpfe ums Überleben in den Hintergrund gedrängt hatte. Beim Sichten alter Materialien für einen Beitrag für arte über den Tanzpreis 2021, fiel mir auf, dass ich mich, sicher oft auch unbewusst, als Person doch öfter sozusagen “Life” ins Spiel gebracht habe, als ich das erinnerte. Ich hatte mich mit einem positiv empfundenen “Rückzug” hinter die Kamera und den Schneidetisch schon länger “eingerichtet”.
Bei Sichtung vieler für die Entwicklung des Instituts wichtiger Materialien fiel mir auf, wie deutlich ein qualitativer Sprung in der Tanzausbildung gegenüber meiner Ausbildungszeit zu Buche schlägt. Konnte man zu meiner Tänzer Zeit noch sehr schnell sehen, ob ein modernes Stück durch einen klassisch geprägten Tänzer interpretiert wird, so spielt das heute eine untergeordnete Rolle.

 

Der Blick zurück: 50er Jahre, Vater, Mutter, Kinder in Saarbrücken, Kindertanz, Funkenmariechen, kein Abitur (Vater war dagegen), Entscheidung für den Tanz und dann für den Film.
Wie schaust Du zurück?

 

Im Rückblick war das alles logisch und in Bezug auf die Entwicklung des Tanzfilminstituts sogar organisch. Hinter mir standen in diversesten Phasen meines Lebens und des Instituts quasi im Vorbeigehen ihrer eigenen Karrieren viele Menschen, die sich mit mir um dieses Kulturerbe Tanz aus verschiedensten Perspektiven für wenig oder keine Honorierung engagiert haben. Ich bin sehr dankbar, dass ich noch ein Universitätsstudium durch ein Stipendium absolvieren konnte. Hindernisse haben mich letztlich auch stark gemacht. Es waren die wunderbaren Lehrer wie Katja Dryander in Saarbrücken, Kurt Peters und Peter Appel in Köln, aber auch die Herausforderungen durch Hans Kresnik, Reinhild Hoffmann und Susanne Linke und die Universitäts Erfahrung mit Annelie Keil und Rudolf zur Lippe, die mich bis heute prägen.

 

Der Blick nach vorn. Was wünschst Du Dir? Was möchtest Du noch anfangen, erleben, erledigen?

 

Ehrlich, – mein größter Herzenswunsch ist es, das Tanzfilminstitut in guten Händen zu wissen, auf dass es sich auch weiterhin so dynamisch in engem Kontakt mit den Tanzschaffenden entwickelt. Und die Hoffnung, dass meine Nachfolger es nicht so schwer haben mit der Finanzierung, die häufig weit unter den heute verbindlichen Mindestlöhnen war.
In guten Händen (nicht unbedingt im archivarischen Sinne) wüsste ich diese Schätze bei den Kreativen selber, den Tänzern und Choreographen. Und da sind wir wieder beim Teilen oder besser gesagt beim Zurückgeben. Ich hätte nichts dagegen noch ein paar Jahre damit zu verbringen, die viele tausend Stück Dokumentationen so aufzubereiten, dass ich sie an die Künstler zurückgeben könnte. Die Originale bleiben natürlich im Safe.

 

Und der Deutsche Tanzpreis – was bedeutet er Dir?

 

Anfangs war ich überwältigt, ja sprachlos, konnte es kaum glauben. Es gibt Persönlichkeiten, die ich selber für den Tanzpreis vorgeschlagen habe, die ihn schon lange verdienen. Ich gestehe aber auch; ich bin ein bisschen stolz, mit dieser Ehrung gewissermaßen in die Fußstapfen meines Lehrer Kurt Peters treten zu dürfen, der 1984 den Deutschen Tanzpreis bekam und ich hoffe auf mehr Aufmerksamkeit für die wunderbare Arbeit aller Tanzarchive im Land.
Die unzähligen Glückwünsche vieler Tanzschaffenden und ganzer Generationen von ehemaligen und heutigen Mitarbeitern haben mich überzeugt, dass es auch Gründe für diese Juryentscheidung gibt. Nachdem wir, das Team des Tanzfilminstituts, 22 mal den Deutschen Tanzpreis gefilmt haben, muss ich mich aber doch noch sehr daran gewöhnen, nun auf der anderen Seite zu stehen.

 

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