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Hier finden Sie eine Chronologie über die bisher online erfassten Drehtermine des Instituts.

Parental Advisorry [Foto: Matthias Seeger] Parental Advisorry – young artists
Wie weit kann dich deine Aggression treiben?
Dreharbeiten steptext dance project Bremen D 20.1.2005

Zum Programmstart 2005 präsentiert steptext dance project im Rahmen von „Neue Choreographen“ die neue Arbeit parental advisorry von Augusto Jaramillo Pineda. In seinem Stück parental advisorry sucht der kolumbianische Schauspieler, Tänzer und Choreograph Augusto Jaramillo Pineda gemeinsam mit 4 jungen Darstellern zwischen 16 und 25 Jahren nach Antworten zu Fragen rund um das Thema „Aggression“. Wo sind die Grenzen? Ist dieser aggressive Trieb ein Schlüsselmotiv der menschlichen Existenz? Eine Waffe der Natur, eingerichtet zur Erhaltung und Behütung der Spezies Tier und Mensch? Gibt es für das Töten ein logisches Motiv? Ohne den mahnenden Zeigefinger erheben oder gar eine Bewertung vornehmen zu wollen, möchte der Choreograph sein Publikum für dieses Thema sensibilisieren, zu dem täglich neue Nachrichten Tötungen an Schulen , Überfälle auf Kinder und zunehmende Jugendgewalt über die Medien in die heimischen Wohnzimmer gelangen. Wer aber setzt sich schon gerne mit dem heiklen Thema Aggression auseinander? Wenn man sich selbst als Motiv der Betrachtung nimmt – wer möchte schon gerne an sich feststellen, aggressiv zu sein?

 

(Quelle: steptext.de)

Choreographie & Idee: Augusto Jaramillo Pineda

250_Kitz-Dietrich_B13619_20 Kitz, Urs Dietrich

Dreharbeiten Bremer Tanztheater Bremen D 27.12.2004
Erdig-düster: In seinem Tanzstück “Kitz” inszeniert Choreograph Urs Dietrich im Bremer Schauspielhaus existentielle Ausweglosigkeit

Ein kleines Reh ist ein Kitz. Ein Kitz ist ein Versprechen auf einen röhrenden Brunftschrei. Das hat mit Zeit zu tun. Und mit Biologie. Zu Beginn der neuen Arbeit des Bremer Hauschoreographen Urs Dietrich steht ein titelgebendes “Kitz” hinten auf der Bühne, das irgendwie aus Zeit und Weltlauf gefallen zu sein scheint – es ist viel zu groß. Liebliche Waldesklänge umtosen das arme Ding unwirklich laut. Bald reißt ein Tänzer im Vorbeilaufen den Kopf weg. Der erste Lacher des Abends. Ein Lacher, der um vieles röchelnder und schmerzhafter daherkommt als die relative Leichtigkeit der letzten Produktionen des Bremer Tanztheaters erwarten ließ.

Wir stehen also erstmal im Wald. Das heißt: wir sitzen davor. Der Boden ist grau bis schwarz. Tot belaubt. Das Licht durchgehend runtergedimmt. Große schwarze Rechtecke an den Seiten verengen den Raum nach hinten auf eine bis auf einen schmalen Streifen undurchlässige dunkle Wand zu. Auf ein Waldbodensolo folgt in Parallelaktion ein Hin- und Hergerenne, das das Kitz bald den Kopf kostet. Die rasanten Bewegungen greifen den Raum und geben zugleich eine diffus-düstere Grundstimmung vor. Was fehlt, in diesen romantischen Nachtgedanken, ist der Sternenhimmel. Nach oben ist die Bühne von glänzend poliertem Weiß begrenzt. Wodurch ein schöner Effekt entsteht: An der Bühnendecke bricht sich die ungewohnte Vogel-Perspektive aufs Geschehen.

Die TänzerInnen sind uniform in fleischig-beige Leibwäsche, robuste Kleidchen und graue Joppen gewandet. Im Dämmerlicht der ersten Hälfte verwischt das jede schnellere Bewegung zur Unschärfe. Die Rennenden vom Beginn kommen bald links im Verborgenen zum Stehen, um sich noch einmal, in einer unendlich langsamen Bewegung, über die Bühne zu begeben. Dass Dietrich auf Hebe-, Stütz- und Sprungfiguren verzichtet, unterstreicht die horizontale, gleichsam erdige Anlage von “Kitz”.

Im übernächsten Bild steht eine Tänzerin allein, mutterseelenallein. Und pfeift. Im Wald. Die Figuren verströmen eine existenzielle Ängstlichkeit, die kaum je durchbrochen wird. Der Pfeiferin gesellen sich nach und nach alle anderen zu, bis sie in Trapezform auf der Bühne stehen. Doch man merkt – und das ist eine schwer zu tanzende Passage, die das Ensemble mit Bravour meistert -, dass die Vielen doch nur der Einen Schatten sind. Sie folgen ihr auf Schritt und Tritt.

Schließlich ist auch das Versprechen auf Entspannung nur scheinbar. Die TänzerInnen entledigen sich ihrer Mäntel und mit diesen die Bühne des Laubs. Die weißgrellen Rückseiten der Wände und die unangenehm auf die Pelle rückende Decke bilden einen klaustrophoben Raum, der die Einsamkeit in Trieb und Natur durch eine Art Techno-Ausgeliefertsein ergänzt.

Dietrich inszeniert totale Ausweglosigkeit, die viele Elemente seiner bekannten Formsprache wiederholt, manche davon gegen den Strich bürstet. Mit Blick auf Dietrichs Oeuvre muss man sagen, dass seine oft klare Strenge sich hier zu sehr dem technisch und ästhetisch Möglichen unterordnen muss. Tim Schomacker

 

(Quelle taz 29.11.2004)

 

 
241_Keksbruch-Ten_07 Ten, Joachim Schlömer | Keksbruch, Irina Pauls
Doppelprogramm am Stadttheater Heidelberg
Dreharbeiten Stadttheater Heidelberg D 16.12.2004

Pfeifen im Walde. Der erste Tanzabend des Kooperationsballetts Heidelberg-Freiburg [...] Zum Auftakt hat sie [Irina Pauls] sich Joachim Schlömer an die Seite geholt, der bis 2001 Basler Ballettchef war, seinen künstlerischen Lebensweg inzwischen aber vom Tanztheater abgekoppelt hat. Trotzdem ist es immer spannend, wenn Schlömer den Choreographen in der Künstlerbrust reanimiert. Immerhin zählt er zu den Stilbildenden der Zunft. Jetzt allerdings, da er mit “ten” ironisch auf das halbierte Corps de Ballet anspielt (vor der Kooperation hatten Heidelberg und Freiburg zusammen 20 Tänzer), lässt Schlömer sich lediglich zu einer leichthändigen, aber überaus exakten Fingerübung hinreißen. “ten” ist eine Körper- und Raumerkundung, die insofern vorzüglich auf die schmale Heidelberger Bühne passt, als Schlömer die Tänzer geschickt in Solo- und Gruppenkonstellationen Raum und Bewegungen erkunden lässt. Der Tanzraum ist durch einen stählernen Ringvorhang geteilt? hinter den Ringen ist der Boden hart, davor mit weichen Gummimatten ausgelegt, so dass die Tänzer die Differenz exakter und verschwimmender Bewegungen vorführen können. Als Leitmotiv dienen weite Armrotationen, die wirken, als regulierten Schupos den Körperverkehr auf der Bühne. Im Kontrast dazu mimt eine Tänzerin mit angeklebtem Bart vorne auf der Gummimatte einen klobig gehenden Waldschrat, während andere auf dem gefederten Boden wie Gummibälle fallen, in die Höhe schnellen und um die eigene Achse wirbeln. Lange geschieht das fast völlig lautlos. Erst gegen Ende der knapp einstündigen Choreographie spielt das Philharmonische Orchester Heidelberg eine bruitistische Geräuschkollage der New Yorker Komponistin Julia Wolfe.

 

(Quelle: Die Rheinpfalz, 9. November 2004)

 

Ten Chor.: Joachim Schlömer Keksbruch Chor.: Irina Pauls

237_Tanznacht-Berlin_15 Lange Tanznacht Berlin

Dreharbeiten Akademie der Künste Berlin D 11.12.2004

Am 11. Dezember 2004 findet die TANZNACHT BERLIN zum dritten Mal in der Akademie der Künste statt. TANZ MADE IN BERLIN, das nun zum zweiten Mal realisierte Programm der Partnerbühnen Dock 11, HALLE, Hebbel am Ufer, Schaubühne am Lehniner Platz, sophiensaele/Tanztage, Studio LaborGras und Tanzfabrik Berlin hat sich zu einem eigenständigen Festival entwickelt: Vom 02. – 12. Dezember werden 12 Produktionen – darunter zahlreiche Premieren – Berliner ChoreografInnen präsentiert. Zum ersten Mal wird coop 3 plus, ein Kooperationsprojekt von osteuropäischen und Berliner Künstlern, zu sehen sein.

 

(Quelle: Website Tanznacht Berlin)

 

Akademie der Künste Berlin

235_Artischocke_09 Artischocke im Silbersee, Henrietta Horn

Dreharbeiten Folkwang Tanzstudio Essen D 10.12.2004

Hammondorgelsound. Farbenfrohe Kostüme. Tanz. Die Zutaten für das neue Tanzstück von Henrietta Horn sind einfach. Zusammengemixt ergeben sie eine schillernde Revue. Unbeschwert, frisch, durchzogen von leichter Melancholie und die Erinnerung an die verspielten Nachmittage der Kindheit.

 

In Henrietta Horns Choreographie verwischen die Grenzen von Mensch, Fabelwesen und Tier. Zwischen Jazz und Sambarhythmen, in einem Raum ohne Zeit treffen sich Kreaturen zum Tanz. Zum hemmungslosen und hingebungsvollen Spiel mit Formen, Farben und Musik.

 

„Artischocke im Silbersee” ist ein wundersames Reservat für skurrile Silhouetten und gestrandete Engel. Ein bisschen Jahrmarkt, ein bisschen Starparade. Und ein bisschen Rio.
Eigentlich möchte man auf die Bühne springen und mitmachen. Stellt aber kurz vorher noch fest: Geht ja nicht. Falsch angezogen.

 

(Quelle: Website Henrietta Horn)

 

Chor.: Henrietta Horn Ort: Folkwang Tanzstudio, Essen  

229_Tanzstadt-Tanzkoepfe_07 TANZstadt: Bremen TANZköpfe
Kitz, Urs dietrich / Tanzquiz / Geisterbahn
Veranstaltung TanzStadt Bremen Bremen D 26.11.2004

Die dritte Veranstaltungsreihe des Zusammenschlusses Bremer Tanzinstitutionen veranstaltet federführend das Bremer Tanztheater. Die Premiere von Urs Dietrichs Stück KITZ steht im Mittelpunkt. Eine Bustour durch die Stadt wird dem Publikum die einzelnen Institutionen von TANZstadt: Bremen vorstellen. Kultur und Politik diskutieren über das Modell TANZstadt: Bremen. Und das steptext dance project wartet in der Schwankhalle mit einem schaurig-schönen Event auf: Geisterbahn – interaktiv. www.tanzstadt-bremen.de

Missing [Foto: Manja Herrmann] Missing – young artists
Pilotprojekt
Dreharbeiten steptext dance project Bremen D 12.11.2003

Unter der Leitung von Helge Letonja und Marion Amschwand führt die steptext dance company ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in neuer Form fort. Dreh- und Angelpunkt von MISSING sind die young artists selbst – ihre Ideen und Talente, ihre Erfahrungen und Perspektiven. MISSING beschreibt Zustände des Dazwischen und der Veränderung, auch im Übergang von der Jugend zum Erwachsensein. MISSING heißt: verlassen sein oder verlassen werden, ausgerissen oder ausgeschlossen sein. MISSING spricht aber auch von der Freiheit, dem Unbekannten und den Möglichkeiten, die Phantasie und Wagnis freisetzen. Von Situationen also, in denen sich die Wahrnehmung von der Welt und von sich selbst ändert. Erfahrungen von Einsamkeit und Angst, aber auch der schwierige Umgang mit Grenzen(losigkeit) und alltäglichen Strukturen, verändern die Wahrnehmung von Welt und Selbst. Was geschieht, wenn man realisiert, dass es immer weniger um einen selbst geht, sondern mehr und mehr um Produkte, Vorbilder, Erwartungen. Wie kommuniziert man, wenn man etwas von sich oder sich selbst verloren hat.

 

(Quelle: steptext.de)

 

Choreografie: Helge Letonja, Marion Amschwand

 

Tanz: Marion Amschwand, Jeanna Androsow, Magdalena Druzda, Lisa Fuchs, Hannes Kropp, Helge Letonja, Paula Weiterer, Mirjam Wagner, Robert van den Dolder 

Workshop-Dozenten: Marion Amschwand, Augusto Jaramillo Pineda, Helge Letonja und Gabriela Maria Schmeide

Bühnenbild: Andrea Kanapee

Fotos: Manja Herrmann I „Missing“ ist eine Koproduktion mit der Internationalen Kampnagelfabrik Hamburg und dem internationalen Jugendtheaterfestival “explosive!” im kulturzentrum Schlachthof Bremen.