Biographien

Joachim Schlömer | Foto: Bettina Stöß Joachim Schlömer

Biographien

Joachim Schlömer | © Foto Bettina Stöß

Joachim Schlömer, geboren 1962, der ursprünglich vom Tanztheater kam, hat mittlerweile über 80 Choreografien, Opern und Theaterstücke kreiert beziehungsweise inszeniert. Er studierte Architektur und Tanz an der Folkwang Hochschule in Essen, wo er auch zu choreografieren begann.

1988 tanzte er am Theater La Monnaie in Brüssel, Belgien. Zwei Jahre später gründete er eine eigene Compagnie. Von 1991 leitete er das Ballett am Theater Ulm, wechselte 1994 ans Tanztheater Weimar.

Ab 1996 übernahm er die Leitung des Tanztheaters Basel, wo er die Grenzen zwischen Tanz, Oper und Schauspiel aufzulösen begann. Mikhail Baryschnikov beauftragte ihn mit drei Choreografien für sein White Oak Dance Project.

Seit 2001 arbeitet Schlömer freiberuflich als Choreograf und Regisseur – für die Salzburger Festspiele und das Burgtheater Wien, Österreich, für das Staatstheater Köln und für das Opernhaus Stuttgart.

Zu seinen bekanntesten Stücken gehören “Und in der Ferne die Nacht” zu Bachs Goldberg Variationen, “Hochland oder Der Nachhall der Steine” and “La Guerra d’Amore” zu Musik von Claudio Monteverdi.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Folkwang Tanzstudio, Essen


Bühnenwerke / Videoclips:

Chor. Avantgarde | Joachim Schlömer

Gisela Peters-Rohse | Foto: Bettina Stöß Gisela Peters-Rohse

Biographien

Gisela Peters-Rohse | Foto © Bettina Stöß

Gisela Peters-Rohse wurde 1938 geboren und erhielt ihre tänzerische Berufsausbildung in der modern ausgerichteten Tanzschule von Lola Rogge in Hamburg. Sie tanzte an mehreren deutschen Stadttheatern und bildete sich parallel dazu europaweit in den verschiedensten Tanztechniken weiter.

Seit 1967 arbeitete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Kurt Peters, dem Begründer des Deutschen Tanzarchivs Köln, als Tanzjournalistin, insbesondere für die monatlich erscheinenden Hefte „Das Tanzarchiv“.

Ab 1970 leitete sie die Abteilung Kinderballett und das Pädagogik-Seminar für Kindertanz an der Rheinischen Musikschule, Konservatorium der Stadt Köln. Von 1986-2001 war sie Dozentin für Labans Raum- und Bewegungslehre, Improvisation und Folkloretanz sowie Kindertanz-Pädagogik am Institut für Bühnentanz der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Über ihr pädagogische Arbeit hinaus wurde sie mit vielen bemerkenswerten Choreografien für Kinder bekannt und entwickelte eine eigene Unterrichtskonzeption und -methodik, die sie seit ca. 10 Jahren auf Einladung verschiedenster Ausbildungsstätten in Peking, Moskau, Leningrad, Singapur, Brasilien und in der Schweiz lehrt.

 

(Pressestelle Peters-Rohse)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Deutsches Tanzarchiv Köln

Irina Pauls | Foto: Bettina Stöß Irina Pauls

Biographien

Irina Pauls | Foto © Bettina Stöß

Irina Pauls, geboren 1961 in Leipzig, erhielt ihre Tanzausbildung an der Palucca Schule Dresden. Danach absolvierte sie ein Choreografiestudium an der Theaterhochschule “Hans Otto” in Leipzig. 1985-89 war sie als Ballettmeisterin und Choreografin am Landestheater Altenburg engagiert.

1990 übernahm sie die Leitung des neugegründeten Tanztheaters am Schauspiel Leipzig, für das sie bis zu dessen Auflösung 1998 insgesamt 15 Uraufführungen schuf. Gastchoreografien erarbeitete sie für Kompanien anderer Theater, so z.B. das Schauspiel Essen, das Deutsche Nationaltheater Weimar und das Bayerische Staatsschauspiel München.

1998-99 war sie Direktorin des Tanz Theaters am Staatstheater Oldenburg. Sie schuf auch freie Arbeiten für nicht-theatrale Räume, u. a. für das Grassi-Museum und die Glashalle der Neuen Messe in Leipzig.

Seit der Spielzeit 2000/01 leitet sie die Kompanie TanzTheater Irina Pauls am Theater Heidelberg.

 

(Presseabteilung Pauls)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Palucca Schule Dresden

Amanda Miller | Foto: Bettina Stöß Amanda Miller

Biographien

Amanda Miller | Foto © Bettina Stöß

Humorvoll, weitgehend abstrakt, hoch musikalisch und tief verwurzelt in der Philosophie: Ein verzwickt verspieltes postmodernes Vokabular kennzeichnet die Arbeit der Choreografin Amanda Miller, die 1986 aus William Forsythes Frankfurter Ensemble hervorgegangen ist.

Geboren wurde sie 1962 in Chapel Hill, USA, sie studierte klassischen und modernen Tanz in ihrer Heimatregion an der North Carolina School of Arts und später in New York. Anschließend tanzte sie in Compagnien wie dem Chicago Lyrical Ballet. 1980 kam sie wegen eines Engagements an der Deutschen Oper Berlin nach Deutschland. 1984 wechselte sie nach Frankfurt, wo sie nach nur zwei Jahren zur Choreografin in residence avancierte. 1992 gründete sie ihre Compagnie „Pretty Ugly“.

Sie arbeitete freiberuflich bis sie mit ihrer Compagnie 1997 einen Kooperationsvertrag mit dem Staatstheater Freiburg einging – eine Kooperation, die damals als ein Modell für neue Wege in der Tanzproduktion in Deutschland galt.

Mit Arbeiten wie „Four for Nothing“ tourte Miller durch Europa, Amerika, Indien und Japan.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Personen:

William Forsythe

 

Susanne Linke | Foto: Bettina Stöß Susanne Linke

Biographien

Susanne Linke | Foto © Bettina Stöß

Eine Badewanne umkreisend, den Rand mit der Hand entlang fahrend, den Rücken in weitem Bogen abwechselnd vor und zurück biegend: Mit Soli wie ”Im Bade wannen , wurde Susanne Linke seit den 1980er Jahren zu einer der prominentesten Vertreterinnen des Deutschen Tanztheaters.

1944 geboren, studierte sie bei Mary Wigman in Berlin und an der Folkwang Hochschule in Essen, tanzte 1970-73 beim Folkwang Tanzstudio und am Rotterdamse Dans Center. Zusammen mit Reinhild Hoffmann leitete sie von 1975-85 das Folkwang Tanzstudio.

1970 hatte sie begonnen zu choreographieren und tourte seit 1981 ausgiebig, mit Soloarbeiten wie „Flut“ und mit Gruppenstücken wie „Ruhr-Ort“. Sie choreographierte Stücke für die José Limón Company in New York, für das Ballett der Pariser Oper und für das Nederlands Dans Theater.

Von 1994 bis 2000 leitete sie das Bremer Tanztheater, teils in Kooperation mit Urs Dietrich. 1999 kreierte sie zusammen mit Reinhild Hoffmann das Duett „Über Kreuz“, in dem beide die Ursprünge ihrer jeweiligen Bewegungssprache offen legten. Heute choreographiert und unterrichtet sie freiberuflich in der ganzen Welt.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Bremer Tanztheater

Folkwang Tanzstudio, Essen


Themen:

Deutsches Tanztheater


Bühnenwerke / Videoclips:

Im Bade wannen | Chor.: Susanne Linke, 1980

Johann Kresnik | Foto: Bettina Stöß Johann Kresnik

Biographien

Johann Kresnik | Foto © Bettina Stöß

Den Körper in den Kampf werfen: Ein Zitat des italienischen Filmregisseurs Pier Paolo Pasolini erklärte der Choreograph Johann Kresnik zu seinem Motto.

In den 1970ern begann er seine Karriere, stieg mit Arbeiten von hoch symbolischer, politisch motivierter, physisch anspruchsvoller wuchtiger Körpersprache schon bald zu einer der leitenden Choreographen im deutschen Tanztheater auf.

1939 wurde er in Österreich geboren, studierte Theater und Tanz bis zu seinem ersten Engagement in Bremen 1959. 1960 wurde er in Köln als Tänzer engagiert, wo er bis 1968 ein Repertoire von George Balanchine oder John Cranko tanzte. 1968 wurde er zum Direktor des Bremer Tanzensembles ernannt, wo er im Zuge des Krieges in Vietnam Stücke wie “Kriegsanleitung für Jedermann” oder eine eigene Version von “Schwanensee”, angesiedelt in der Welt eines brutalen kapitalistischen Konkurrenzkampfes, kreierte. Ab 1979 leitete er das Tanztheater in Heidelberg, wo er erste Stücke auf der Basis von Biographien, beispielsweise “Sylvia Plath”, choreographierte.

Zurück in Bremen ab 1989, kreierte er dort Meisterwerke wie seine Arbeit über die deutsche Terroristin “Ulrike Meinhof”. 1994 wechselte er an die Volksbühne Berlin. Seit 2003 arbeitet er mit seinem Ensemble am Staatstheater Bonn. Bislang hat er über 30 Choreographien geschaffen.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Bremer Tanztheater


Themen:

Deutsches Tanztheater


Bühnenwerke / Videoclips:

Familiendialog | Chor.: Johann Kresnik, 1979

Ulrike Meinhof | Chor.: Johann Kresnik, 1990

Wendewut | Chor.: Johann Kresnik, 1993

 

Anna Huber | Foto: Bettina Stöß Anna Huber

Biographien

Anna Huber | Foto © Bettina Stöß

Seit den 1990er Jahren hat Anna Huber ihre ganz spezifische choreografische Sprache entwickelt. Fragil jedoch mit äußerster Klarheit bewegt sie sich zwischen Ebenen von Bedeutung, bespielsweise in ihrem Stück „in zwischen räumen“.

1965 in Zürich, Schweiz, geboren, studierte sie von 1985 bis 1988 Tanz beim ch-tanztheater. Drei Jahre arbeitete sie als Tänzerin in der Schweiz, in Deutschland und Österreich und für das Tanztheater Cottbus. Später tanzte sie bei Choreografen wie Susanne Linke, Julyen Hamilton, Kazuo Ohno, Mark Tompkins, Saburo Teshigawara, Meg Stuart, Jo Fabian and Helena Waldmann. Heute arbeitet sie in der Schweiz und in Berlin, entwickelt vor allem Soli und Duette wie “Beizeiten”, tanzt mit und gegen die rauhe Steinfassade einer Therme oder trifft auf der Suche nach gemeinsamen und nicht gemeinsamen Orten in “L’autre et moi” den taiwanesischen Tänzer Lin Yuan Shang.

Ihre Stücke wurden in ganz Europa, Asien und Lateinamerika gezeigt. Sie erhielt zahlreiche Preise. 1998 wurde sie von dem Magazin “ballet-tanz” als Nachwuchschoreografin des Jahres genannt und erhielt 2000 den Hans-Reinhart-Ring, die höchste Theaterauszeichnung der Schweiz.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Bühnenwerke / Videoclips:

Choreografische Avantgarde | Anna Huber

Henrietta Horn | Foto: Bettina Stöß Henrietta Horn

Biographien

Henrietta Horn | Foto © Bettina Stöß

In einer Mischung aus modernem Ausdruckstanz und folkloristischen Elementen vereint die Choreografin Henrietta Horn ein weites Spektrum: Ihr düsteres „Solo“ zeigt die Einsamkeit, Tisch und Stuhl sind die einzigen Partner. Ihr amüsantes „Der Hahn ist tot“ ist eine Revue mit Videomontagen.

Geboren 1968, beinhaltete ihre erste Ausbildung 1987 bis 1992 vor allem den sogenannten „Elementaren Tanz“ an der Sporthochschule in Köln. Aus dem Studium ging eine Tanzgruppe hervor, mit der sie ihre ersten Choreografien erarbeitete. 1992 bis 1996 setzte sie ihr Studium an der Folkwang Hochschule in Essen fort. Währenddessen kreierte sie weiter ihre eigenen Arbeiten. 1999 ernannte man sie zur Co-Direktorin des Folkwang Tanzstudios, zusammen mit Pina Bausch

Sie tourte in Deutschland und international, ließ sich von Ländern wie Indien oder Brasilien inspirieren. Die europäische Folklore bestimmt weitgehend ihr frühes Stück „Diu Vallende Suht”, das sich um den Veitstanz dreht, und die Tänzer in einem Zustand scheinbaren Kontrollverlustes über die Bewegung ihre Glieder zeigt.

Eines ihrer bekanntesten Stücke ist „Auftaucher“, in dem die Tänzer Bewegungen kombinieren und variieren ähnlich den Musikern in einer Jazz-Improvisation.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Folkwang Tanzstudio, Essen


Themen:

Deutsches Tanztheater


Bühnenwerke / Videoclips:

Chor. Avantgarde | Henrietta Horn

Reinhild Hoffmann | Foto: Bettina Stöß Reinhild Hoffmann

Biographien

Reinhild Hoffmann | Foto © Bettina Stöß

Der Auftritt in ihrem „Solo mit Sofa“, in einem langen Abendkleid, gefesselt an eine Couch, machte Reinhild Hoffmann 1977 zu einer der bedeutendsten Choreographinnen im deutschen Tanztheater.

Geboren 1943 begann sie 1965 mit dem Studium an der Folkwang Hochschule in Essen. Kurt Jooss und Jean Cébron gehörten zu ihren Lehrern. 1970 tanzte sie im Ensemble von Johann Kresnik am Theater Bremen. 1974 begann sie als Ko-Leiterin des Folkwang Tanzstudios, zusammen mit Susanne Linke, selbst zu choreographieren.

1977 ging sie zum Choreographiestudium nach New York, kehrte im Jahr darauf zurück, um die Leitung des Bremer Tanztheaters, zeitweise zusammen mit Gerhard Bohner, zu übernehmen. Acht Jahre blieb sie in Bremen, choreographierte nebenbei für ihre eigene Kompanie, mit der sie auch auf Tournee ging.

Vier Mal wurde sie während der 1980er Jahre zum bedeutendsten Theaterfestival in Deutschland, dem Berliner Theatertreffen, eingeladen und hatte damit eine Qualität im Tanz erreicht wie bis dahin einzig die berühmte Pina Bausch. Für annähernd eine Dekade ging sie 1986 mit ihrem Ensemble nach Bochum. Zahlreiche Preise wurden ihr für ihre Arbeit verliehen.

Seit 1996 choreographiert und inszeniert sie vornehmlich Opern.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Bremer Tanztheater

Folkwang Tanzstudio, Essen


Themen:

Deutsches Tanztheater


Bühnenwerke / Videoclips:

Callas | Chor.: Reinhild Hoffmann, 1983

Föhn | Chor.: Reinhild Hoffmann, 1985

Solo mit Sofa | Chor.: Reinhild Hoffmann, 1977

Daniel Goldin | Foto: Bettina Stöß Daniel Goldin

Biographien

Daniel Goldin | Foto © Bettina Stöß

Nach seiner Ausbildung zum Schauspieler und Tänzer in Buenos Aires und dem Besuch zahlreicher Meisterklassen kam der 1959 geborene Argentinier Daniel Goldin 1987 nach Deutschland. Er wurde Mitglied im Folkwang Tanzstudio und tanzte als Gast beim Tanztheater Wuppertal (unter der Leitung von Pina Bausch).

Zwischen 1993 und 1996 arbeitete Daniel Goldin als freier Tänzer und Choreograph und ist seit der Spielzeit 96/97 Tanztheaterleiter der Städtischen Bühnen Münster. Seine choreographische Laufbahn begann Daniel Goldin 1982.

Goldins Arbeiten weisen ihn als Grenzgänger zwischen den Kulturen aus: seine Choreographien sind beeinflusst von seiner südamerikanischen Herkunft, seiner ukrainisch-jüdischen Vorfahren und seiner Arbeit in Deutschland.

Sein Stil ist wesentlich geprägt durch den Deutschen Ausdruckstanz, den er durch die Mary Wigman-Schülerin Renate Schottelius in Argentinien kennenlernte. Durch die Studien im Folkwang Tanzstudio erweiterte er sein stilistisches Repertoire um den unverkennbaren Folkwang-Stil. Seine Körpersprache hat etwas zutiefst Menschliches, sie drückt Empfindungen und Gemütszustände in aller Natürlichkeit aus.

 

(Presseabteilung Goldin)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Folkwang Tanzstudio, Essen


Themen:

Deutsches Tanztheater


Bühnenwerke / Videoclips:

Choreografische Avantgarde | Daniel Goldin

William Forsythe | Foto: Bettina Stöß William Forsythe

Biographien

William Forsythe | Foto © Bettina Stöß

Ein kritischer Anarchist, der das Ballett als technische Orientierung und eher als Parodie denn als kulturelles Paradigma gebraucht. Dennoch hat der Choreograf William Forsythe dieser Kunstform in Deutschland nach 1980 zu einem neuen Höhepunkt verholfen. 1949 in New York geboren studierte er Theaterwissenschaft, bildende Kunst und Mathematik bevor er an der Joffrey Ballet School zum Tänzer ausgebildet wurde. 1973 kam er zum Stuttgarter Ballett, wo er von 1976-81 auch choreografierte. 1984 wurde er Leiter des Ballett Frankfurt, das er mit Stücken wie „Artifact“, „Limb’s Theorem“ oder „Kammer/Kammer“ zu internationalem Ruhm führte. Daneben kreierte er Arbeiten für Ballettcompagnien in Paris, München, San Francisco, New York. Die meisten seiner ingesamt mehr als 100 Choreografien sind komplexe Arbeiten, die Strukturen von Bewegung und Gesellschaft offen legen und dabei Ebenen des Theaters und des Tanzes sowie Fragen über Philosophie, Liebe, Wahrnehmung, Geschlecht, Medien, Film, Literatur – wissenschaftliche und auch Belletristik – Rock ’n’ Roll, Musical und auch wie in „Alie/na(c)tion soziale Belange wie Fremdenhass aufwerfen. Seine fortschreitende Erforschung von Bewegung führt das Ballett immer weiter über eine bisherige Neoklassik oder Laban Einflüsse hinaus.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Themen:

Tanz und Medien


Bühnenwerke / Videoclips:

Tanz in die Freiheit | William Forsythe in Hellerau

Urs Dietrich | Foto: Bettina Stöß Urs Dietrich

Biographien

Urs Dietrich | Foto © Bettina Stöß

Choreograph, Tänzer. Seine Bewegungen sind physisch inspirierend, seine Themen sind kritische Reflektionen unserer Zeit in einer Bildsprache, die mit zunehmender Verdichtung eine Poesie des Raumes entfaltet. Auf der Basis der Tradition des Tanztheaters und des deutschen Ausdruckstanzes hat Urs Dietrich seit Beginn der 1980er Jahre zahlreiche Solo- und Gruppenstücke kreiert. 

Geboren wurde er 1958 in Visp in der Schweiz, wo er zuerst Textildesign studierte. Von 1981 – 85 studierte er anschließend Tanz an der Folkwang Hochschule in Essen und später dann in New York.

1988 begann er freiberuflich als Tänzer und Choreograph zu arbeiten, tourte dabei durch ganz Europa, Asien, Indien, Nord- und Südamerika. Soloarbeiten wie „Da war plötzlich … Herzkammern“ oder „An der Grenze des Tages“ wurden vom Hebbel Theater Berlin produziert.

Von 1994 – 96 leitete er das Bremer Tanztheater zusammen mit seiner Mentorin Susanne Linke. Von 2000 – 2007 war er alleiniger Leiter der Bremer Compagnie. Er hat zahlreiche Preise gewonnen, wie 2004 den Deutschen Kritiker Preis.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Folkwang Tanzstudio, Essen

Bremer Tanztheater


Themen:

Deutsches Tanztheater


Bühnenwerke / Videoclips:

Persona | Chor.: Urs Dietrich, 2003

Choreografische Avantgarde | Urs Dietrich

 

Gerhard Bohner | Foto: Deutsches Tanzarchiv Köln Gerhard Bohner

Biographien

Gerhard Bohner | Foto © Deutsches Tanzarchiv Köln

Tänzer, Choreograph. Als eine der wenigen Persönlichkeiten, die im Nachkriegs-Deutschland noch auf die Grundlagen des deutschen Ausdruckstanzes vertraute, kreuzte der Choreograph Gerhard Bohner diesen mit dem klassischen Tanztraining, das er bei Tatjana Gsovsky kennen gelernt hatte.

1936 in Karlsruhe geboren hatte er dort und später in Berlin im Studio von Mary Wigman Tanz studiert. Nach anfänglichen Engagements in Mannheim und Frankfurt tanzte er 10 Jahre an der Deutschen Oper Berlin, wurde dort 1964 zum Solisten ernannt.

Zur selben Zeit begann er zu choreographieren und machte sich mit Arbeiten wie “Spannen-Abschlaffen” und “Die Folterungen der Beatrice Cenci” unter Mitwirkung von Tänzerinnen wie Sylvia Kesselheim und Marion Cito einen Namen. Daneben widmete er sich der Neuinterpretation des berühmten “Triadischen Balletts” von Bauhaus-Mitglied Oskar Schlemmer, indem er Bewegung und Linie in Frage stellte.

Von 1972-1975 leitete er das Tanztheater in Darmstadt und von 1978-1981, zusammen mit Reinhild Hoffmann, dasBremer Tanztheater.

Ab 1981 arbeitete er freiberuflich in Berlin, wo er 1992 starb. Zweimal wurde ihm der Deutsche Kritikerpreis verliehen.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Akademie der Künste Berlin


Themen:

Bildende Kunst und Tanz


Bühnenwerke / Videoclips:

Bilder einer Ausstellung | Chor.: Gerhard Bohner, 1981

Die Dinge in meiner Hand | Chor.: Gerhard Bohner, 1979

Foto: “Pina Bausch” by Frederico Novaro Pina Bausch

Biographien

Pina Bausch | © Frederico Novaro | CC-BY-NC-SA 4.0

Wenn es ein Synonym für das Deutsche Tanztheater gibt, dann ist es der Name Pina Bausch. Seit den 1970ern hat sie mit ihrer berühmten Compagnie mehr als eine Generation von Choreografen mit ihrem besonderen Arbeitsansatz beeinflusst: Sie stellt ihren Tänzern Fragen, um somit emotional aufgeladenes Bewegungsmaterial aus dem alltäglichen Leben zu erhalten.

1940 geboren, studierte sie von 1955 bis 1962 Tanz in den USA und an der Folkwang Schule in Essen. Sechs Jahre tanzte sie anschließend beim Folkwang Ballett unter dem berühmten Choreografen Kurt Jooss. Nachdem sie bereits eigene Arbeiten kreiert hatte, wurde sie 1969 Leiterin des Folkwang Tanzstudios.

Seit 1973 leitet sie nunmehr ihre eigene Compagnie, das Tanztheater Wuppertal, das durch ausgiebige Tourneen weltbekannt geworden ist. Von ihren frühen Stücken sind „Cafe Müller“, in dem sie selbst tanzt, und „Kontakthof“, das sie später mit älteren Laientänzern aus ihrer Heimatstadt rekonstruiert hat, am bekanntesten.

Sie erhielt zahlreiche Preise und hat insgesamt mehr als 50 abendfüllende Stücke kreiert, zuletzt oftmals inspiriert durch eine spezifische fremde Kultur, die sie für eine jeweilige Arbeit vor Ort erforschte.

 

(Gabriele Wittmann)

Tanzlexikon Links


Institutionen:

Folkwang Tanzstudio, Essen


Themen:

Deutsches Tanztheater