William Forsythe

William Forsythe | Foto © Bettina Stöß

Ein kritischer Anarchist, der das Ballett als technische Orientierung und eher als Parodie denn als kulturelles Paradigma gebraucht. Dennoch hat der Choreograf William Forsythe dieser Kunstform in Deutschland nach 1980 zu einem neuen Höhepunkt verholfen. 1949 in New York geboren studierte er Theaterwissenschaft, bildende Kunst und Mathematik bevor er an der Joffrey Ballet School zum Tänzer ausgebildet wurde. 1973 kam er zum Stuttgarter Ballett, wo er von 1976-81 auch choreografierte. 1984 wurde er Leiter des Ballett Frankfurt, das er mit Stücken wie „Artifact“, „Limb’s Theorem“ oder „Kammer/Kammer“ zu internationalem Ruhm führte. Daneben kreierte er Arbeiten für Ballettcompagnien in Paris, München, San Francisco, New York. Die meisten seiner ingesamt mehr als 100 Choreografien sind komplexe Arbeiten, die Strukturen von Bewegung und Gesellschaft offen legen und dabei Ebenen des Theaters und des Tanzes sowie Fragen über Philosophie, Liebe, Wahrnehmung, Geschlecht, Medien, Film, Literatur – wissenschaftliche und auch Belletristik – Rock ’n’ Roll, Musical und auch wie in „Alie/na(c)tion soziale Belange wie Fremdenhass aufwerfen. Seine fortschreitende Erforschung von Bewegung führt das Ballett immer weiter über eine bisherige Neoklassik oder Laban Einflüsse hinaus.

 

(Gabriele Wittmann)

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Tanz in die Freiheit | William Forsythe in Hellerau