Archiv

Sammlung von Audio- und visuellen Tanzdokumenten
Das Archiv des Deutschen Tanzfilminstituts gibt einen repräsentativen Überblick über den Tanz in Deutschland seit Anfang der 70er Jahre.


Giants Probenfoto © Marianne Menke On the shoulders of giants.
Von Helge Letonja / of curious nature.
Dreharbeiten Sammlung von Audiovisuellen Tanzdokumenten Stückmitschnitte Theater Bremen, Kleines Haus Bremen D Premiere, 27.2.2020 um 20:00 Uhr

“If I have seen further, it is by standing on the shoulders of giants.”
(Isaac Newton)

 

Im Rahmen des von TANZPAKT Stadt-Land-Bund geförderten zweijährigen Projektes TanzRAUM Nord kooperiert das Theater Bremen mit dem Ensemble Of Curious Nature, einer neuen 10-köpfigen Kompanie unter der künstlerischen Leitung der Choreografen Helge Letonja (Bremen) und Felix Landerer (Hannover). Das Projekt versteht sich als Stärkung der freien Tanzszene im Nordwesten und möchte in der gemeinsamen künstlerischen Arbeit zwischen Bremen und Hannover neue Impulse und Dynamiken erzeugen. Ausgehend von dem kulturgeschichtlichen Gleichnis der Zwerge auf den Schultern von Riesen setzen sich Helge Letonja und Of Curious Nature in der ersten Produktion des neuen Ensembles mit der Fortentwicklung von Gesellschaften auseinander. Wie bewusst sind uns die Verbindungslinien zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen aktuellem Kulturschaffen und den Erfahrungen und Traditionen, auf denen diese fußen? Liegt der Schlüssel zur Weitsicht in der Wertschätzung und Bewusstwerdung der Fundamente und Errungenschaften auf denen wir aufbauen? Wie sehr schränken uns diese im Denken und Handeln ein? Gemeinsam richtet das Ensemble den Blick auf persönliche Wahrnehmungen, Umwelt und Gesellschaft. Zu Kompositionen von Simon Goff und Lynn Wright und mit körperlicher Vehemenz und Wandlungsfähigkeit entsteht ein künstlerischer Referenzraum über die moderne Verfasstheit einer komplexen Welt.

 

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Das Team des Deutschen Tanzfilminstitut Bremen freut sich, die Premiere gemeinsam mit Médoune Seck filmisch zu dokumentieren.

 

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Gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, Stiftung Niedersachsen, Senator für Kultur Bremen, Theater Bremen, Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Dr. Nele Lipp und Heide-Marie Härtel (von links nach rechts) Laudatio auf Heide-Marie Härtel zur Ehrenmitgliedschaft bei KOÏNZI-Dance von Dr. Nele Lipp
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit - des Tanzes. Das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen in seinem Kontext.
Biographien KOÏNZI-Dance Hamburg D 25.04.2019

Die Position des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen ist offensichtlich im Bereich einer über die deutschen Grenzen hinausgreifenden „Kulturgeografie“ nicht unbedingt im Bewusstsein der nationalen und internationalen Tanzszene. Um dieses Defizit zu beheben, soll hier eine Positionsbestimmung versucht werden.

 

1988 gründete Heidemarie Härtel, ehemalige Solotänzerin bei dem österreichischen Choreografen und Regisseur Johann Kresnik, zusammen mit Susanne Schlicher, die allerdings kurz danach wieder ausstieg, das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen als gemeinnützigen Verein. In diesem Institut, in dem mit wechselnden Mitarbeitern im Laufe von inzwischen mehr als dreißig Jahren das größte Tanzfilmarchiv der Welt aufgebaut wurde, geht es nicht um Tanzfilme im Sinne von Spielfilmen, sondern um Videotapes und digitale Dokumente künstlerischen Tanzes, also des Bühnentanzes. Dabei ist es das einzige Tanzfilmarchiv, das nicht nur sammelt, sondern auch selbst produziert. Härtel hat, – auch darin weitgehend solistisch, mit Entwicklung und Supervision der Aufgabenbereiche ein gigantisches Werk entfaltet, dessen Anerkennung bis 2019 noch nicht in der Verleihung des renommierten Deutschen Tanzpreises gipfeln konnte, obgleich es dessen schon lange würdig ist. Es fehlte der einfache, aber offensichtlich schwer zu denkende Gedanke, dass zumindest die Arbeit der meisten der bisherigen Träger des Tanzpreises ohne Härtels dokumentierende und archivarische Arbeit gar nicht hätten entsprechend wahrgenommen werden können.

 

Ihre Leistungen sollen hier aber nicht im Einzelnen benannt und beschrieben werden, denn jene findet jeder im Internet, sondern sie und ihr Institut sollen endlich in den Zusammenhang gestellt werden, in dem sie gesehen werden müssen, um ihren kulturellen Stellenwert einschätzen zu können.

 

Unter Auslassung einer Spur im Dunkeln, die zu sehr frühen und kaum zugänglichen Filmdokumenten über die Music-Hall-Tänzerinnen Saharet und Cléo de Mérode führt und die von der französischen Filmpionierin Alice Guy-Blanché stammen, soll zunächst fünfzig Jahre vor die Gründung des Instituts zurück geblickt und dazu ein wenig ausgeholt werden:

Der inzwischen zu Unrecht fast vergessene französisch-jüdische Publizist, Literaturkritiker, Opern- und Ballettimpresario René Blum war nicht nur ein Bruder von Leon Blum, dem ersten sozialistischen Premierminister Frankreichs, sondern ein Freund des Schriftstellers Marcel Proust, den Blum – der ein großer Beweger war – veranlasste, dem Verleger Bernard Grasset seinen ersten Band von À la recherche du temps perdu (Suche nach der Verlorenen Zeit) vorzulegen, damit er diesen endlich publiziere, was Proust auch tat – allerdings auf seine eigenen, nicht auf des Verlegers Kosten. Die Recherche ist eine Allegorie der Suche nach Wahrheit der Erinnerung – die nur als Suche, nicht als wirklich gefundene Erinnerung funktioniert – und zugleich ein Bemühen darum darstellt, die Vergangenheit im Kunstwerk zu bewahren.

 

Unter dem Aspekt des Wertes der Mühen um kulturelles Gedächtnis war Blum, nicht nur im Bezug auf das Werk Prousts, wohl auch der erste, der die ungeheure Wichtigkeit der Rolle des Films für den Tanz erkannte: Etwa Mitte der Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts, als er gemeinsam mit dem Tänzer und Choreografen Leonide Massine die Ballets Russes de Monte Carlo, eine der Nachfolgegruppen der Ballets Russes des Serge Diaghilev leitete, empfahl Blum Massine, Filmaufnahmen von seinen Probearbeiten zu machen, was dieser auch tat und bald darauf kooperierte er dann auch schon mit den Warner Brothers, die 1938, in einer Zeit, als diese noch Zeichentrick- und Abenteuerfilme produzierten, für eine Filmadaption seiner Choreografie Gaîté Pairisienne (Pariser Fröhlichkeit). Massine hatte anschließend mit dem Film eine längere Liäson, die 1948 in der bekannten Tanzfilm-Adaption von Hans Christian Andersens Die Roten Schuhe gipfelte.

 

Seit Mitte der Dreißiger Jahre also existiert überhaupt der Gedanke daran, filmische Dokumente künstlerischen Tanzes und seiner Entstehung im Probenprozess herzustellen. – Wo aber blieben diese? – Und wieso kam der zweite Aspekt, der des Sammelns, Ordnens, haltbar Machens und Archivierens in Deutschland erst mehr als fünfzig Jahre später hinzu? – Immerhin gab es ja schon die 1944 von dem US-amerikanischen Tänzer und Choreografen Jerome Robbins gegründete Dance Division der New York Library, jedoch nichts Vergleichbares in Europa und – selbst nicht in Paris.

 

Offensichtlich braucht es dazu Besessene und entsprechende Brutstätten. Und diese sind einfach nicht immer mit der Entstehung eines neuen Mediums oder Bereiches sofort zur Stelle.

 

Wenden wir uns aber zunächst noch der allgemeinen Filmgeschichte zu. Wie war es da mit den Archiven, und wie war es mit den Initialzündungen zu diesen?

 

Der deutsche Drehbuchautor, Dramaturg und Filmhistoriker Gerhard Lamprecht, (fast der gleiche Jahrgang wie Massine) der ab 1920 auch eigene Filme produzierte – die bekanntesten darunter waren wohl die Nachkriegsfilme Irgendwo in Berlin und Emil und die Detektive – hatte schon in seiner Schulzeit angefangen, filmgeschichtliche Dokumente zu sammeln, und das, als sie als Werkzeuge einer Wissenskultur des Erinnerns und so auch der Filmwissenschaft noch kein Desiderat waren. Im Laufe der Zeit sammelte er alles, was mit dem Film zu tun hatte, wie Fotos, Plakate, Programmhefte, Rezensionen, Drehbücher, Filme, filmarchitektonische Modelle, Kameras und Projektoren. Im Jahr 1963 erwarb glücklicherweise das Land Berlin diese Sammlung und machte eine Institution daraus. Mit Lamprecht als Gründungsdirektor konnte die DEUTSCHE KINEMATHEK jetzt ihre Arbeit aufnehmen. Seitdem wird dort alles archiviert, was mit Geschichte und Technik des Films zu tun hat. Weitere Sammlungen und Nachlässe kamen im Lauf der Zeit hinzu. Im Jahr 2000, siebenunddreißig Jahre nach ihrer Gründung, erhielt die Kinemathek zusätzlich öffentliche Ausstellungsräume und konnte ihren Arbeitsbereich durch Kooperationen und Publikationen erweitern.
Das alles gründete in dem Traum eines besessenen Schuljungen.

 

Ein kleiner Blick auf die parallelen Zeitachsen belegt die Entwicklung im Film

 

Zeitleiste FILM -Archive - TANZFILM  (Rechte Nele Lipp)

 

Um 1895 wurden die ersten Filme überhaupt gedreht (zum Beispiel von Georges Méliès – Frankreich), um 1920 setzten mit den Schriften Sergej Eisensteins und Bela Balaczs erste filmwissenschaftliche Untersuchungen ein, 1963 wurde das erste Deutsche Filmarchiv, die Deutsche Kinemathek, in Berlin gegründet.

 

Die Entwicklung im Tanzfilm
1896 drehten die Brüder Lumière kurze Filmsequenzen von Loïe Fullers Serpentinentanz, um 1905 wurden Tanzfilm-Aufnahmen von A. Guy-Blanché gemacht, um 1935 begannen systematischere Tanz-Filmdokumentationen durch L. Massine, 1985 wurde das Deutsche Tanzfilminstitut gegründet und 2013 setzten mit Claudia Rosinys Publikation Beziehungen zwischen Mediengeschichte und moderner Tanzgeschichte erste tanzfilmwissenschaftliche Untersuchungen ein.

 

Im Bereich der Sparte Tanzfilm dauerte es also nicht ganz so lange, bis sich jemand fand, der das jeweils neue Medium als sammlungs- und in diesem Zusammenhang auch wissenschaftswürdig erkannte und damit startete, derartig exzessiv zu sammeln, dass sich aus dem persönlichem Engagement nach und nach eine Institution entwickeln konnte. Lamprecht war Filmemacher, Härtel Tänzerin. Beide verbindet ein je ganz persönliches und vor allem ein unbürokratisches Engagement, sowie ein lebenslanger und existenzieller Einsatz für die Sache.

 

Es soll hier auch noch eine dritte Sammlerpersönlichkeit in Relation gesetzt werden, um der Beobachtung, dass offensichtlich nur ein besonderes, in der eigenen Biografie begründetes Engagement derartige Archive ins Leben zu rufen imstande ist, zusätzliches Gewicht zu verleihen. Es handelt sich um das Beispiel des litauisch-amerikanischen Filmregisseurs, Autors und Archivars Jonas Mekas. Aus verzweifelter Leidenschaft für das Tagebuchschreiben während seiner elfjährigen Odysse, in der er von den Nationalsozialisten interniert und anschließend als „displaced person“ durch Deutschland geschleust wurde, entwickelte er, schließlich in die USA transportiert, das so genannte „Tagebuchfilmen“. Dies machte ihn zu einem Pionier des amerikanischen Avantgardekinos und aus seiner persönlichen Sammlung der Motive endloser Tage banalen Geschehens und aus der darin verborgenen Suche nach Lebenssinn wurde – vergleichbar der Recherche von Marcel Proust – ab den frühen 1960er Jahren schuf er ein zunächst privates Filmarchiv, in dem er bald nicht nur seine, sondern tausende experimenteller Kunstfilme amerikanischer Outsider, die – jenseits des Hollywoodkinos mit ihrer gefälligen Unterhaltung – subtile Erfahrungen, Wahrnehmungen und Ideen außerhalb des kommerziellen Mainstreams dokumentieren.
1970 gründete Mekas unter anderem zusammen mit Peter Kubelka, dem experimentierenden Filmemacher und Kodirektor des österreichischen Filmmuseums, sowie dem US-amerikanischen Kurzfilmregisseur Stan Brackage in New York die Anthology Film Archives, aus denen die weltgrößte Sammlung von Avantgarde-Filmen hervorging. Bewundernswerter Weise verstand Mekas diese trotz ständiger Geldknappheit zu schützen und bis zu seinem Lebensende in diesem Jahr zu erhalten.

 

Entsprechendes – nur hier im Bereich des künstlerischen Tanzes – findet sich in Heidemarie Härtels Deutschen Tanzfilminstitut, dem jetzt, 34 Jahre nach seiner Gründung, ein der DEUTSCHEN KINEMATHEK entsprechendes neues Zuhause und eine dauerhaft stabile Förderung dringend gewünscht wird, damit ein unvergleichliches kulturelles Erbe bewahrt werden kann.

 

NELE LIPP

 

25. April 2019

 

KOÏNZI-Dance e.V.

Annelie Keil, Gesundheitswissenschaftlerin Was für eine wunderbare und vorwärtstreibende Idee: Kultur Passage Bremen – ein Tanzhaus für die Stadt

Institutionen Bremen 18.03.2019

“Was für eine wunderbare und vorwärtstreibende Idee: Kultur Passage Bremen – ein Tanzhaus für die Stadt”. Diese Überschrift trägt ein Schreiben an die Initiative für die Kultur Passage Bremen von Professor Doktor Annelie Keil, das hier im Wortlaut wiedergeben wird.

 

“Ein alter Freund, der Philosoph Rudolf zur Lippe, wollte mit seinem letzten Buch mit dem Titel: „ Das Denken zum Tanzen bringen“ und dabei erneut für eine neue Kunst der Aufmerksamkeit eintreten. In einer Rezension heißt es: Wandel und Bewegung sind Grundphänomene – nicht nur des menschlichen Lebens -, doch erstaunlicherweise sind sie nur selten philosophisch eingehend erörtert worden. Rudolf zur Lippes “radikale Phänomenologie” widmet sich höchst verschiedenen Bewegungsformen: Die Beobachtungen reichen von Vogelschwärmen über Wolkenbilder bis hin zu Tanz und Kampfkunst. Nicht zuletzt anhand von Figuren aus anderen Kulturen gelingt es ihm zu zeigen, wie wir einen Wandel in unserem Sehen und Erleben in Gang setzen können.

Das Projekt „ Kultur Passage Bremen“ will nicht nur das Denken, sondern vor allem die Stadt zum Tanzen bringen, will verbinden, was schon da ist und vorantreiben, was sich in Bremen auf vielerlei Weise schon in Bewegung gebracht hat, will teilen, womit man gemeinsam stärker werden kann. Wohin man schaut, haben der Tanz und das Tanzen in den letzten Jahren den „öffentlichen Raum“ erobert, haben Menschen in Bewegung versetzt, alte und behinderte Menschen wieder aufs Parkett gelockt. Sieht man sich die Angebote, Akteure und Visionen in Bremen an, so ist Bremen bereits ein virtuelles Tanzhaus, den wirklichen Ort für den Tanz und eine bewegte Kunst müssen wir schaffen. Wir müssen die Puzzelteile zu einem Ganzen fügen und diesem Ganzen nicht nur neues, sondern lebendiges Leben einhauchen, das nicht gleich im Kesseltreiben von Konkurrenz, knappen Mitteln oder „ da könnte ja jeder kommen“ untergeht ..Zum Jahr der Bremer Stadtmusikanten eine herrliche Idee: wer immer die Rollen von Esel, Hund, Katze und Hahn am Ende übernimmt, alle Beteiligten an einem Tanzhaus für Bremen gewinnen auf jeden Fall mehr als den Tod. „Darf ich bitten“ zum Tanz der Tänze.”

 

Annelie Keil

Bremen, im März 2019

 

Das Original-Schreiben von Annelie Keil ist hier zu lesen.

577_Techn-Support_07 IASA zu Gast im Deutschen Tanzfilminstitut Bremen
Exkursion der Internationalen Vereinigung der Schall- und audiovisuellen Medien - Ländergruppe Deutschland / Schweiz
Veranstaltungen Vorträge Deutsches Tanzfilminstitut Bremen Bremen D 24.11.2018 um 15.00 Uhr

Die Jahrestagung der IASA-Ländergruppe Deutschland/Schweiz e.V. findet in Zusammenarbeit mit dem Klaus-Kuhnke-Archiv für Populäre Musik und der Günter Grass Stiftung am 23. und 24. November 2018 im Studienzentrum Künstlerpublikationen / Weserburg statt und bietet eine Exkursion in das Medienarchiv des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen an.

 

Im Zentrum der Tagung stehen die Perspektiven institutioneller Archivierung audiovisueller Medien besonders unter dem Aspekt der Digitalisierung und der Langzeitarchivierung dieser Mediengattung. Hier knüpft die Führung durch das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen, speziell durch die technische Abteilung, an. Wir freuen uns besonders über das Interesse der Kollegen aus der Schweiz / Memoriav. Der Rundgang durch unsere Räume folgt den zahlreichen Arbeitsphasen, die ein Medium bis zur vollständigen Aufnahme in unser umfangreiches Tanzfilmarchiv, dem größten Europas, durchläuft. Vielschichtige, zeitaufwendige Arbeitsprozesse zur Digitalisierung von Videobändern unterschiedlicher Formate werden sichtbar. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Möglichkeiten der Restaurierung von Bändern. Die Verarbeitung der Digitalisate, ihre Aufnahme in eine individuell auf die Bedürfnisse unseres Instituts abgestimmte Datenbank, die Erschließung der Filme und die anschließende Langzeitdigitalisierung werden von unseren Mitarbeitern plastisch vorgestellt. Der ausführliche fachliche Austausch mit der Leiterin Heide-Marie Härtel knüpft neue Verbindungen und beschließt die Exkursion.

Projekt Digitalisierung IT RUSTS – Deutscher Museumsbund bietet Exkursion zur Langzeitdigitalisierung
Fachgruppe Dokumentation besichtigt Medienarchiv des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen
Vorträge Deutscher Museumsbund Bremen D 09.05.2018

Aktuelle Entwicklungen stellen die gesellschaftspolitische Neutralität von Museen in Frage. Im Rahmen der Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes im Mai 2018 wird diskutiert, ob bzw. wie politisch Museen heute sind und welche Werte sie für die Gesellschaft vertreten. Mit Referenten aus dem In- und Ausland sowie rund 400 Tagungsteilnehmern bietet die Jahrestagung jährlich eine Plattform, um museumsrelevante Fragestellungen und aktuelle Entwicklungen zu diskutieren.

 

Das Panel MUSEUMSSAMMLUNGEN DOKUMENTIEREN UND ONLINE ZUGÄNGLICH MACHEN bietet im Rahmen der Frühjahrstagung 2018 der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbundes eine Führung durch alle Abteilungen des Deutschen Tanzfilminstituts, die sich mit der Langzeitdigitaisierung und der systematischen Erschließung von Filmen zum und über den zeitgenössischen und den klassischen Tanz widmen.

 

Etwa 30 Tagungsteilnehmer nehmen dieses informative Angebot wahr und erhalten umfangreiche Informationen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Gewerke. In Kleingruppen passieren sie fünf Stationen, die den Phasen des Arbeitsprozesses entsprechen, die ein Videoband während der Digitalisierung und Erschließung im Institut durchläuft. Besondere Aufmerksamkeit zieht die Vorstellung der speziell für unserer Bedarfe individuell angefertigten Datenbank durch Heide-Marie Härtel auf sich. Unser TV- und Videotechniker, Claus Bouchard, verfügt über Kompetenzen zur Restaurierung hochgradig gefährdeter Videobänder. Er erläutert, wie er Problembänder retten kann. Anschauliche Erläuterungen zum Arbeitsablauf der Digitalisierung erhalten die Exkursionsteilnehmer vom Leiter der technischen Abteilung, Hartmut Sebel: Eine Vielzahl von Arbeitsschritten – beginnend mit dem Einlesen des Bandes in Echtzeit einschließlich Pegelung von Ton- und Bildsignalen, der Konfektionierung des Materials über Schnittarbeiten bis zur langfristigen Sicherung des Materials auf speziellen Speichermedien – die Erstellung einer qualitativ hochwertigen Digitalisierung von Videobändern ist zeitintensiv. Mit den Kenntnissen dieser Fachleute gelingt es häufig, aus qualitativ schlechtem Videomaterial eine deutlich bessere digitale Kopie zu herzustellen. Der Einblick in das nutzerfreundliche multimedia Tool zur Nutzung der Digitalisate auf einem Tablet oder Smartphone via Intranet inklusive direkter Anbindung an die Datenbank beschließt den Rundgang und eröffnet einen angeregten Austausch.

Projekt Digitalisierung Digitalisierung sichert analoge Tanzfilmbestände

Imagefilme Mitarbeiter Sammlung von Audiovisuellen Tanzdokumenten Deutsches Tanzfilminstitut Bremen Bremen D

 

  

Die Digitalisierung aller Bereiche schreitet in riesigen Schritten voran und hält Einzug in die Welt der Archive, ja, sie ist das Gebot der Stunde. Das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen hat es sich seit 2014 zur Aufgabe gemacht, historisch wertvolle analoge Tanzfilmbestände, die ohne sorgfältige Aufbereitung dem Verfall preisgegeben sind, zu restaurieren und in dauerhafte Langzeitdigitalisate umzuwandeln. 

 

In einem mehrstufigen Arbeitsprozess AV-Medien auf analogen Bändern unterschiedlichster Videonormen (beispielsweise Betamax, Digi-Beta, VHS, U-matic, Japan Standard 1) gesichtet, je nach Zustand mehrfach gereinigt und restauriert, um sie schließlich in Echtzeit zu digitalisieren. Für jede auf einem Band dokumentierte Vorstellung ist eine Bearbeitung in je separaten Filmdateien/Videofiles notwendig. Der so geschaffene digitale Filmbestand wird auf verschiedenen Speichermedien sicher verwahrt und in eine speziell auf die Anforderungen der Tanzschaffenden zugeschnittene Datenbank aufgenommen. Für diese Datenbank werden circa 40 einzelne Informationsfelder mit Angaben zu dem jeweiligen Stück, Choreografen und Besetzung sowie Daten der Vorstellung und technische Qualität der Aufnahme sorgfältig recherchiert und eingepflegt.  

 

Der Auftraggeber erhält schließlich seinen historischen Filmbestand, der in digitalisierter Form auf speziellen Speichermedien gesichert ist und eine nutzerfreundliche Datenbank mit dem erschlossenen Bestand. Darüber hinaus übergeben wir eine Mediathek der digitalisierten Bestände auf einem speziellen passwortgeschützten System, mit dem es jederzeit möglich ist die digitalisierten Filme unmittelbar auf einem Rechner, Tablett oder Smartphone abspielen zu können.  

 

Das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen konnte seit 2014 die Digitalisierung und Erschließung der Bestände der Filmarchive des Staatsballetts Berlin, Bayerischen Staatsballetts München, Staatsballetts Saarbrücken, Tanzhaus NRW Düsseldorf, Mousonturm Köln und weitere große Tanzfilmsammlungen von Privatpersonen, Stiftungen und Theatern mit Tanzsparte realisieren.

 

In dem hier gezeigten Filmclip von Hartmut Sebel erhalten Sie Einblicke in das Institut und den Arbeitsbereich Digitalisierung, der dazu beiträgt das analoge Tanzfilmerbe für kommende Generationen zu erhalten.

 

Idee, Kamera, Schnitt, Realisation: Hartmut Sebel  

 

September 2017, Dauer 90 sec.

 

 

Auszug aus dem Flyer zum Symposium "Folkwang Tanz" “Folkwang Tanz” Symposium der Folkwang Universität der Künste

Dokumentationen über Veranstaltungen und Events Dreharbeiten Sammlung von Audiovisuellen Tanzdokumenten Institut für Zeitgenössischen Tanz der Folkwang Universität der Künste Essen-Werden D 13. - 15.10.2017


“Es wäre eine Sünde, über Bord zu werfen, was wir geerbt haben“, so Kurt Jooss. „Wir müssen es nicht praktizieren, aber wir sollten es in unser Wissen und in unsere Möglichkeiten einbeziehen. Dann können wir auswählen, was wir brauchen, was wir wollen.“
 Dieses Zitat des Gründers Kurt Jooss haben Henrietta Horn und Professor Stephan Brinkmann für das Motto des Symposiums “Folkwang Tanz” zum 90-jährigen Jubiläum des Instituts für Zeitgenössischen Tanz der Folkwang Universität der Künste ausgewählt und laden herzlich einladen. 

 

Technik, Haltung, Zukunft 

„Folkwang Tanz“ thematisiert das pädagogische und künstlerische Erbe der Folkwang Tanzabteilung sowie deren Relevanz für Gegenwart und Zukunft einer zeitgenössischen Tanzausbildung. Eingebettet in die Kampagne „Folkwang ist…“ anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Folkwang Universität der Künste 2017, zielt das Symposium auf eine Auseinandersetzung mit Tanzkunst, Tanztechnik und Tanztheorie, wie sie an Folkwang gelehrt und praktiziert werden.  

 

_Vorträge, Diskussionen, Lectures, Film und Bühnenprogramm
_Idee & Konzeption: Henrietta Horn und Prof. Stephan Brinkmann  

 

 Das Symposium “Folkwang Tanz” ist eine Veranstaltung der Folkwang Universität der Künste im Rahmen von “Folkwang ist…”, eine Kampagne anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Folkwang Universität der Künste.

 

Der Flyer kann hier als pdf-Datei herunter geladen werden: Symposium Folkwang TANZ_2017

 

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Das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen gratuliert herzlich zum Jubiläum und sendet die besten Wünsche für die Zukunft. Das Team um Heide-Marie Härtel freut sich, das Symposium dokumentarisch mit der Kamera begleiten zu dürfen.

Die Begegnung von Tanz und Film – Ein Praktikumsbericht

Praktikanten

 

 

Das Tanzfilminstitut: Es ist eigentlich ganz nah und doch so fern, so scheint es. Denn als ich das erste Mal von dem Institut hörte, kam mir nicht in den Sinn, dass es hier in Bremen und dann auch noch direkt nebenan, an einem der vielbesuchtesten Orte der Stadt, liegen würde. Das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen befindet sich nämlich im ehemaligen Polizeigebäude, direkt gegenüber der Stadtbibliothek, über den kleinen Restaurants des Wall-Forums im ersten Stock.

Der eine oder andere mag es vielleicht während seines Bibliothekbesuchs bemerkt haben, denn die Glasfront der Bücherhalle zeigt Richtung Institut, das ebenfalls mit Glas versehen ist und somit dazu einlädt, mal einen Blick hinein zu erhaschen. Von außen weist nur die Aufschrift mit Name und Logo auf der Tür neben der Bäckerei darauf hin, dass hier das Institut liegt, das die größten dokumentarischen Filmbestände im Bereich Tanz in Deutschland besitzt.

Den Boden des Instituts betrat ich im Rahmen eines universitären Seminars zum Thema „Tanztheater in Bremen“ das erste Mal. Neben der familiären Atmosphäre, die durch den übersichtlichen Kreis an Mitarbeitern sofort erkennbar wurde, gefielen mir auf Anhieb die verwinkelten Räume und natürlich das Thema des Archivs. Es ist einerseits ein Archiv, andererseits eine Produktionsfirma, sodass ich während meines Praktikums, das ich ein halbes Jahr nach meinem ersten Besuch machte, in beide Arbeitsfelder hineinschnuppern durfte. Ich hatte hier das Glück verschiedene Phasen einer Produktion kennenzulernen, da in meiner Praktikumszeit ein Portrait der bekannten Choreographin und Tänzerin, Susanne Linke, und eine weiteres der Tanzpädagogin, Gisela Peters-Rohse, angefertigt wurden. Interviews transkribieren, Recherchieren, Synchronisieren von Bild und Ton sowie die Begleitung des endgültigen Schnitts waren Aufgaben während der Postproduktion. Doch auch das Rausgehen und selber Drehen gehörte zu meinen Tätigkeiten. In dieser Zeit fand das Festival Tanz Bremen statt, währenddessen wir Generalproben und Aufführungen filmten und ich das eigene Material sogar selbst zusammenschnitt. Dazu unterstützte ich das Archiv, indem ich Datenbankpflege betrieb, bei der Digitalisierung sowie Neusortierung einzelner Mediatheken half und bei der Aufnahme neuer Bestände mitwirkte. Die Tätigkeiten im Tanzfilminstitut sind äußerst vielseitig, wodurch der Lerneffekt sehr hoch ist.

Das Schöne ist, dass das Institut der Bremer Tanzszene offen gegenübersteht, wodurch es keine Seltenheit ist Tanzschaffenden persönlich zu begegnen. Der Tanzsalon, ein monatliches Treffen, bietet eine besonders gute Plattform, um aktuelle Projekte vorzustellen und auch, um in der Vergangenheit schwelgend an bekannte Tanzpersönlichkeiten zu erinnern. Die kreative Leiterin, Filmproduzentin und Gründerin des Tanzfilminstituts, Heide-Marie Härtel, war selber einmal Tänzerin, sodass sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen im Bereich Tanz mit dem des Films ideal verbinden kann. Hartmut Sebel ist studierter Kameramann und somit ein guter Ansprechpartner, wenn es um Kameraführung und Schnitt geht. Auch Mirko Sparmann war mir als Praktikantin in Sachen Organisation und Durchführung der Archivarbeit immer offen gegenüber. Die Aufrichtigkeit und Herzlichkeit der festen Mitarbeiter sowie der ehrenamtlichen Kollegen macht es einem letztendlich sehr leicht, eine schöne Praktikumszeit im sogenannten „Tafi“ zu verbringen. „Tanzt, tanzt sonst sind wir verloren“, sagte einst die Tanztheaterpionierin Pina Bausch, dessen Filmplakat von Wim Wenders im Institut natürlich nicht fehlen darf. Die vielen Tanzbilder – Werbeplakate von Premieren, Fotografien verschiedener Tanzszenen oder Portraits unterschiedlichster Tänzer – unterstreichen beim Gang durch die Räumlichkeiten, um was es hier immer gehen soll: Um das Bewahren und Weiterentwickeln von tänzerischen Meisterwerken. Von Marie-Claire Schmarsow

 

 

Marie-Claire Schmarsow machte im März und April 2017 ein Praktikum im Deutschen Tanzfilminstitut Bremen. Nach ihrem Bachelor in “Spanisch” und “Lateinamerika” und verschiedenen journalistischen Praktika studiert sie derzeit “Transnationale Literaturwissenschaft: Literatur, Theater, Film” an der Universität Bremen. “Tanz im Film” wird sie während ihrer Masterarbeit beschäftigen, in der sie die intermediale Beziehung der beiden Künste in den Fokus ihrer Betrachtung stellt. 

Sigurd Leeder TANZSALON 15: Sigurd Leeder/Tanzgeschichte im Verborgenen

Filmvortrag Deutsches Tanzfilminstitut Bremen Bremen D 10. Mai 2017, 20 Uhr

 Tanzgeschichte im Verborgenen – 70 Jahre Sigurd Leeder School of Dance

 

 Obgleich Sigurd Leeder auf tanzgeschichtlich wichtige Tanzschaffende wie Jean Cébron, Hans Züllig, Joan Turner oder Patricio Bunster – und durch die Jooss-Leeder Methode auch auf die Geschichte des Tanztheaters – entscheidenden Einfluss hatte, ist er heute kaum in den künstlerischen und wissenschaftlichen Tanzdiskursen präsent.

Am letzten Wochenende (5. und 6. Mai) fand in Bremen an mehreren Orten ein Symposium über die Arbeit von Sigurd Leeder statt. Die künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträge des Symposiums standen im Zeichen einer zeitgemäßen und zukünftigen Auseinandersetzung mit dem Erbe Sigurd Leeders. Dabei lag der Fokus nicht auf historischen Rekonstruktionen von Choreografien Sigurd Leeders, sondern in einem Echo auf den Kern seiner choreografischen Methode. 

 

Rée de Smit, Meisterschülerin von Sigurd Leeder und künstlerische Leitung des Studiengangs Tanz an der Hochschule für Kunst im Sozialen in Ottersberg, hat sich bereit erklärt, Kernbereiche dieses Symposiums den Besuchern des Tanzzsalons in Bremen noch einmal zugänglich zu machen. Sehen Sie erst vor wenigen Tagen für das Symposium freigegebene Videomaterialien aus dem Schweizer Tanzarchiv und erfahren Sie mehr zu den ästhetischen Backgrounds der Geschichte des deutschen modernen Tanzes.

http://www.reedesmit.com/news.htm

 

Beginn um 20:00 Uhr    533_Last-minute-Logo quadratisch

Der Eintritt ist frei.

 

 

 Die Veranstaltung findet im Deutschen Tanzfilminstitut Bremen im Forum am Wall (ehemaliges Polizeihaus), Am Wall 201, 28195 Bremen statt. Der Eingang befindet sich seitlich des Gebäudes in der Ostertorstraße links neben Bäckerei.

                                         Telefon 0421 240 550

 

Logins zu Online-Datenbanken
mit passwortgeschützter Zugangsberechtigung

Das Deutsche Tanzfilminstitut stellt zur Zeit 3 datenbankgestützte Online-Archive mit benutzerdefinierten Zugangsberechtigungen zur Verfügung:


Die online recherchierbaren Inhalte der Datenbank des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen


Die Datenbank versteht sich als Instituts-interner Informationspool für Recherchen zu dokumentierten Choreographen, Theatern, Werken und Stilrichtungen. Sie erfasst die vollständige Verwaltung von über 30.000 Einzelelementen, ist aber aus Gründen der Arbeitsüberlastung zur Veröffentlichung unzureichend ausdokumentiert und zur Zeit extern nicht entschlüsselbar. Für Forschungsprojekte und wissenschaftliche Tanz-, Kultur-  und Medienprojekte kann eine zeitlich begrenzte Einsicht vereinbart werden.


    Passwortgeschützer Login zur Datenbank des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen

Das Intranet-Portal der National Library DANCE ON DEMAND (DOD) wurde bis 2006 für die größte Bibliothek Asiens in Singapur vom Deutschen Tanzfilminstitut Bremen entwickelt. Es wird darüber hinaus Bibliotheksbesuchern in Singapur (nicht öffentlich)  nur als Einzelnutzer zur Verfügung gestellt.


    Passwortgeschützer Login zu DOD (Dance on Demand)

Die Offline-Version der Internetpräsenz der Choreographin und Tänzerin Susanne Linke wurde (im Gegensatz zur Online-Version) mit einhundert, von der Künstlerin selbst ausgewählten und ausgearbeiteten Videodokumenten ihres Werkes ergänzt.


    Passwortgeschützer Login zum Susanne Linke Archiv

Aus urheberrechtlichen Gründen sind diese Zugangsberechtigungen nur in Ausnahmefällen für Nutzer außerhalb des Mitgliederkreises des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen möglich. Ausnahmeregeln werden im Laufe der nächsten Monate, bzw. aufgrund der Komplexität des deutschen Urheberrechts im Laufe der nächste Jahre entwickelt werden.

 

 

 

© Ivan Kmit - Fotolia Datenbank

Sammlung von Audiovisuellen Tanzdokumenten Universität Bremen Bremen D ab 1996

Die Datenbank des Instituts wurde in Kooperation mit der Universität Bremen entwickelt und ist speziell auf die Bedürfnisse der Forschungsarbeit im Bereich des Tanzes zugeschnitten.

Sie enthält Informationen zu den archivierten Bändern, über Choreografen und deren Werke, zu einzelnen Aufführungen, den Theatern und anderen Tanzinstitutionen.

Publizierte tanzspezifische Daten anderer Archive werden laufend in die Datenbank des Instituts integriert.

Aus urheberrechtlichen Gründen ist es den individuellen Nutzern nur gestattet, das Material vor Ort zu sichten.

Für bestimmte Aufzeichnungen, die im Archiv enthalten sind, ist eine vorherige Einwilligung der Autoren oder der Choreografen notwendig.

2705_Erweiterung-Sammlung_02 Erweiterung der Sammlung
Vom klassischen Ballett bis zu den Strömungen der Gegenwart
Sammlung von Audiovisuellen Tanzdokumenten Deutsches Tanzfilminstitut Bremen Bremen D seit 1989

Im Laufe der Jahre öffnete sich die Sammlung der gesamten Bandbreite tänzerischer Formen.

Heute sind hier vom Klassischen Ballett bis zu den aktuellen Strömungen verschiedenste Ausrichtungen und Stile, auch über die deutschen Grenzen hinaus, vertreten.

Sammlungsschwerpunkt: Tanzpädagogik Zusätzlich enthält das Archiv umfassende audiovisuelle Dokumente über Tanzpädagogik, Tanz-Akademien und verschiedene Ausbildungsstätten. Sammlungsschwerpunkt: institutionelle und Privat-Archive und deren Rekonstruktion. Ein weiterer Teil der Sammlung besteht aus den privaten Archivbeständen von Choreografen, Filmemachern und Festivals die dem Deutschen Tanfilminstitut Bremen  zur Aufbereitung und Archivierung überlassen wurden. Parallel zu den Materialien, die im Kontext der Institutsarbeit entstanden sind, wächst die Privatsammlung von Heide-Marie Härtel noch heute weiter. Sammlungsschwerpunkt: Belegexemplare Theater und Choreografen stellen dem Institut Belegexemplare ihrer Videodokumentationen zur Verfügung. Sammlungsschwerpunkt: Stückdokumentationen. Die Sammlung besteht etwa zur Hälfte aus sendefähigem Videomaterial. Das Tanzfilminstitut zeichnet selbst jährlich 40-60 aktuelle Vorstellungen mit TV-Kameras auf. Dadurch werden die Bestände jährlich erweitert und mit den aktuellen Werken ergänzt.

2700_Sammlung-70iger_06 Anfang der Sammlung
Die 70er, das Bremer Tanztheater
Sammlung von Audiovisuellen Tanzdokumenten Deutsches Tanzfilminstitut Bremen Bremen D seit 1989

Die Anfänge dieser Videosammlung gingen zunächst vom Bremer Tanztheater aus. Die Werke der Tanztheaterprotagonisten der ersten Stunde wie Johann Kresnik, Reinhild Hoffmann und Gerhard Bohner sind im Archiv weitgehend lückenlos dokumentiert. Mit der Aufbruchszeit des Tanzes Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre und Johann Kresnik als künstlerischem Leiter der Tanzkompanie am Bremer Theater ist die Entstehung des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen eng verbunden. Amateurfilmaufnahmen im Doppel-8 -Format wurden von Heide-Marie Härtel und Pierre LePage bereits für das Stück „Kriegsanleitung für Jedermann“ (1970) erstellt. Mit der damals entstehenden Videotechnik, wurde es möglich, die audiovisuelle Dokumentation zu intensivieren und zum integralen Bestandteil der Probenarbeit zu machen. Die technische Betreuung durch das neu aufgebaute Medienzentrum der Bremer Universität ermöglichte einfache Mitschnitte der Stücke des Bremer Tanztheaters und anderer Kompanien. Eine private Sammlung entstand, die Ende der 80er Jahre den Grundstock für die Gründung des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen bildete.

Die Mitarbeiter des Instituts verfolgten die Arbeit von Reinheild Hoffmann seit ihren choreografischen Anfängen in den 70er Jahren im Folkwang Tanzstudio. Die intensive Zusammenarbeit führte zu den ersten Fernsehproduktionen („Solo mit Sofa“, “Callas , NDR 1984) sowie zu einem 100minütigen Portrait über die Arbeit der Choreografin („Die Sinnlichkeit des Boxhandschuhs“, ZDF 1986).

Alle Stücke des Bremer Tanztheaters, die unter Reinhild Hoffmanns Leitung entstanden, wurden, meist im Auftrag des Bremer Theaters, dokumentiert und archiviert, ebenso die Retrospektive ihrer Bochumer Ära.

Die Dokumentation von Susanne Linkes Arbeiten begann, zeitgleich mit der Video-Begleitung von Reinhild Hoffmann, Anfang der 70er Jahre am Folkwang Tanzstudio in Essen. So sind einfache Schwarz-Weiß-Aufzeichnungen ihrer ersten Stücke erstellt worden (z.B. „Puppe“, 1975, „Der Tod und das Mädchen“, 1976).

Die regelmäßige Zusammenarbeit intensivierte sich insbesondere durch Susanne Linkes Präsenz als Leiterin des Bremer Tanztheaters in der Zeit von 1994-2000.

Das Deutsche Tanzfliminstitut Bremen dokumentiert seither alle neuen Werke der Choreografin in der Bundesrepublik. Dokumentationslücken, insbesondere ihrer Auslandstätigkeit, wurden dadurch ausgeglichen, dass Susanne Linke die von ihr selbst zusammengetragenen Videoaufzeichnungen durch das Institut betreuen, kopieren und archivieren lässt.

Ein Beispiel: Das Institut verfügt über 11 Aufzeichnungen des Stückes “Im Bade wannen  von 1980. Das bedeutet die Dokumentation von über 25 Jahren Aufführungspraxis an neun verschiedenen Aufführungsstätten im In- und Ausland.